Mehr Hochhäuser für Berlin

Berlin, den 23 März 2018

Berlins wächst. Immer mehr Menschen wollen hier und dann vor allem in den Stadtteilen innerhalb des S-Bahn-Rings wohnen. Viele erwägen dennoch Alternativen, weil die Mitte nun einmal begrenzt ist und nur noch wenige Flächen bebaut werden können. „Neue Hochhäuser sind in dieser Situation sicher Antwort auf eine stadtplanerische Herausforderung“, sagt Rainer Schorr, Geschäftsführer der PRS Family Trust GmbH. „Die verfügbaren Flächen müssen besser genutzt und höher bebaut werden. Bedauerlich nur, dass der Senat das Thema auf die lange Bank geschoben hat. Einen Entwicklungsplan, der den Bau von Hochhäusern in Berlin regelt, wird es voraussichtlich erst Ende 2019 geben. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung braucht dafür die Hilfe externer Berater. Der Auftrag dafür im Herbst 2017 europaweit ausgeschrieben.“

 

Senat verzögert Umsetzung

Aus eigener Kraft hat der Senat immerhin drei Potenzialflächen erkannt, für die es bereits konkrete Planungen oder sogar schon laufende Projekte gibt. Zu den für den Hochhausbau avisierten Quartieren gehören das Gebiet um den Hauptbahnhof, der Alexanderplatz und das Anschütz-Areal in Friedrichshain. Dort gibt es mit dem Living Levels bereits einen ersten Wohnturm und mit dem Projekt Max & Moritz sind zwei weitere Hochhäuser im Bau. Hinzu kommen größere Umnutzungsprojekte, darunter der ehemalige Postbanktower am Halleschen Ufer, der Steglitzer Kreisel sowie der Umbau eines ehemaligen Bürohochhauses im Wilmersdorfer Ortsteil Halensee. An der Ecke Karlsruher/ Heilbronner Straße baut derzeit die Bauwert Aktiengesellschaft einen etwa 70 Meter hohen Turm zum Wohnhaus mit rund 50 Wohnungen um.

 

Gute Potenziale im Friedrichshain

Gute Potenziale sieht Rainer Schorr vor allem rund um das Anschütz-Areal. „Das Gebiet punktet mit Spreeblick, postindustriellem Flair sowie der zentralen Lage zwischen City Ost und Friedrichshain und Kreuzberg. Der dynamische Geist Berlins und die hohe urbane Lebensqualität am nördlichen Spreeufer ziehen ein Publikum an, für das Stadt ein Synonym für sozialen Austausch und lange Wege zur Arbeit oder Freizeitaktivitäten reine Zeitverschwendung sind: Und zehn Etagen sind im Aufzug deutlich schneller zurückgelegt, als zehn Kilometer im Berliner Berufsverkehr.“

 

Nachhaltige Wohnform

Dabei gehe die Zeitersparnis auch mit steigenden Anforderungen an einen nachhaltigen Lebensstil einher. Durch die kurzen Wege wirken Hochhäuser in der Regel deutlich emissionsmildernd sowohl was den Lärm als auch die Luftverschmutzung angeht. Zudem sind Wohntürme ein Korrektiv zu der derzeit beobachtbaren Zersiedlung der Landschaft, die auch vor dem Berliner Umland nicht Halt machen wird. In Berlin und Brandenburg gibt es zwar durch den gemeinsamen Landesentwicklungsplan eine sinnvolle Begrenzung größerer Bauprojekte auf den Siedlungsstern, das heißt: Siedlungen werden entlang der Eisenbahntrassen genehmigt, aber nicht in den Gebieten dazwischen. Doch solche Vorgaben verhindern nicht, dass in ganz Deutschland täglich eine Fläche von 100 Fußballfeldern durch Wohnungs-, Gewerbe- und Straßenbauten versiegelt werden.

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