Aldi will über 2000 Wohnungen in Berlin bauen

Mitten in Berlin stehen hunderte eingeschossige Supermärkte mit riesigen Parkplätzen – in Zeiten von
Wohnungsnot und explodierenden Immobilienpreisen ein Unding. Das finden nicht nur Politiker, sondern auch Aldi-
Nord – und baut deshalb um.

Reisen, Mobilfunktarife, Musikstreaming – Aldi ist schon lange viel mehr als eine Supermarktkette. Nun kommt ein
weiteres Geschäftsfeld hinzu: Wohnungen. Aldi Nord will in Berlin in den kommenden Jahren bis zu 2000 günstige
Mietwohnungen bauen. Die Standorte dafür besitzt der Konzern bereits: über den eigenen Supermärkten.

Auf insgesamt 30 Grundstücken in der Hauptstadt sollen nach Worten des Geschäftsführers der Aldi
Immobilienverwaltung, Jörg Michalek, die derzeit einstöckigen Märkte abgerissen und durch mehrgeschossige
Mischbauten ersetzt werden. Diese Grundstücke in bester Lage einstöckig zu bebauen, sei „eigentlich
Flächenverschwendung“, sagte Michalek bei der Vorstellung des Projekts.

An zwei Modellstandorten hat Aldi eigenen Angaben zufolge bereits mit der Umsetzung begonnen. In den
Stadtteilen Lichtenberg und Neukölln sollen zusammen 200 Wohnungen entstehen. 2019 soll das erste Gebäude
fertig sein.

Die Mieten werden trotz der zentralen Lage aller Häuser moderat sein, verspricht Aldi. 30 Prozent der Einheiten
sollen als Sozialwohnungen für höchstens 6,50 Euro pro Quadratmeter kalt vermietet werden, der Rest für
höchsten 10 Euro pro Quadratmeter. Das liegt deutlich unter dem Durchschnitt für Neuvermietungen in
vergleichbaren Lagen. Ob Aldi selbst als Vermieter auftreten oder das Management der Immobilien an einem
Dienstleister vergibt, ist noch offen.

Bei Politik und Verwaltung in Berlin rennt Aldi mit seinem Konzept offene Türen ein. „Begeistert“ sei die Reaktion in
Lichtenberg gewesen, so Michalek. Und auch der Berliner Senat begrüßt das Projekt, wie der RBB berichtet. Von
diesem kam im vergangenen Jahr auch der Anstoß. Bei einem Supermarktgipfel mit allen großen Einzelhändlern
warb Bausenatorin Katrin Lompscher für eine bessere Nutzung der Grundstücke von mehr als 300 eingeschossigen
Supermärkten im Berliner Innenstadtbereich.

Nach Schätzung des Senats bieten diese Standorte Platz für bis zu 33.000 Wohnungen. Die Supermarktketten
könnten daher eine entscheidende Rolle spielen beim Kampf gegen den Wohnungsmangel. Nicht nur Aldi hat auf
diesen Appell reagiert. Auch Lidl hat bereits Interesse für einen Neubau einer Filiale als mehrgeschossiges Wohnund
Geschäftshaus in Lichtenberg angemeldet. Die Planungen sind nach Informationen des RBB allerdings noch
in einem frühen Stadium.

Quelle: n-tv.de

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