Berlin wächst vor allem im Südosten

Ob mit oder ohne Flughafen, Wohnungen werden am südlichen Stadtrand und in den Umlandgemeinden stärker nachgefragt.

 

Berlin, den 16.05.2018

Der Flughafen BER gilt bislang als symptomatisch für alles, was in Berlin gerade nicht optimal läuft. Ursprünglich war die Inbetriebnahme für den Sommer 2012 geplant. Das ist jetzt sechs Jahre her. „Und dennoch mit dem Beginn des Flugbetriebes, also frühestens 2019, den steigenden Fluggastzahlen und einer wachsenden Zahl von Unternehmensansiedlungen wird sich die Wahrnehmung des Hauptstadtflughafens rasch ändern“, prognostiziert Rainer Schorr, Geschäftsführer der PRS Family Trust GmbH. Aktuelle Prognosen gehen von mehr als 17.000 Beschäftigten allein im unmittelbaren Umfeld des BER aus. Hinzu kommen Unternehmen mit hohen Mobilitätsanforderungen sowohl aus dem Fracht- als auch aus dem Dienstleistungsbereich. Das bedeutet einen enormen Entwicklungsschub für den Südosten Berlins, die angrenzenden Gemeinden und die dortigen Wohnungsmärkte.

Die dämpfende Wirkung der Fluglärmemissionen dürfte sich vor allem auf die Haupteinflugschneise im Bereich der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow konzentrieren. Dort könnten demnächst bis zu 40.000 Einwohner von einem Lärmniveau zwischen 40 und 55 Dezibel betroffen sein. Was aber nicht heißt, dass nicht auch dort Wohnungen gebaut werden. Allerdings sind es dort vor allem private Bauherren, die in Blankenfelde-Mahlow die günstigen Grundstückskosten nutzen, um ihren Traum vom eigenen Heim, mit Garten in Großstadtnähe zu realisieren.

Zu den Berliner Profiteuren des neuen Flughafens zählt laut Rainer Schorr der Ortsteil Adlershof. Auch ohne BER haben sich hier bis 2017 bereits 1.041 Unternehmen und wissenschaftliche Einrichtungen mit zusammen fast 17.000 Mitarbeitern angesiedelt. Hinzu kommen rund 6.700 Studierende. Für Wissenschaftler und Studierende werden in den kommenden Jahren auf einem 14 Hektar großen Areal in unmittelbarer Nähe zum Campus der Humboldt-Universität 1.400 Wohneinheiten für rund 2.500 Menschen gebaut. Überhaupt ist Treptow-Köpenick der Bezirk mit dem stärksten Wohnungszuwachs in Berlin- Längst wird dort nicht mehr nur entlang der Ufer von Dahme und Spree, sondern auch in der Fläche gebaut.

Ähnlich sieht es in den südöstlichen Umlandgemeinden von Berlin aus. Von 2011 bis 2016 hat sich der Wohnungsbestand in Gemeinden zwischen Teltow und Zossen im Schnitt um 5,9 Prozent erhöht. Berlin kommt in diesem Zeitraum nur auf einen Zuwachs um 2,2 Prozent. Entsprechend des größeren Anteils von Mehrpersonenhaushalten ist die Struktur des Wohnungsbestandes in den Umlandgemeinden von größeren Einheiten mit mehr als vier Zimmern und insbesondere von Eigenheimen bestimmt. Kleinere Wohnungen haben in den dort einen vergleichsweise kleinen Marktanteil, legen aber im Neubau überproportional zu, wie auch die aktuelle Bautätigkeit stark vom Bau von Mietwohnungen in Mehrfamilienhäusern geprägt ist. Nach einer aktuellen Studie von bulwiengesa stehen hier 1.500 Eigentumswohnungen und 540 Häusern insgesamt 4.100 Mietwohnungen gegenüber.

„Ergänzend zu diesem wachsenden Angebot gibt es auch einen steigenden Zuzug vor allem von Familien mit Kindern aber auch von älteren Menschen in das südliche Umland von Berlin“, sagt Rainer Schorr. „Mit ihrer guten wirtschaftlichen und demographischen Prognose dürften sich die Standorte rund um den neuen Flughafen in den kommenden Jahren auch zu einem beliebten Anlageziel von institutionellen Investoren entwickeln.“

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