Gut und teuer: Bauland Berlin

Berlin, den 22. August. 2018 – Berlin wächst: Nicht nur mit Blick auf die Einwohnerzahl, Fläche und Infrastruktur, auch die Bodenpreise wachsen in immer neue Höhen. Besonders in den Ballungsgebieten ist die Knappheit an Bauland ein Preistreiber für den Wohnungsbau. Um stolze 77 Prozent sind die Baulandpreise im vergangenen Jahr gestiegen, wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg in seiner  jüngsten Kaufwertliste dokumentiert. Der durchschnittliche Kaufpreis für unbebautes Bauland lag 2017 bei 695 Euro pro Quadratmeter und markiert damit den bisherigen Höchststand. Bemerkenswert ist vor allem der direkte Vergleich mit dem Vorjahr, als der Quadratmeterpreis noch bei 393 Euro lag.

„Der Mangel an Baugrund ist einer der Hauptursachen für die Preissprünge bei Immobilien in den Großstädten“, sagt Rainer Schorr, Geschäftsführer der PRS Family Trust GmbH. Instrumente wie die Mietpreisbremse, mit denen die große Koalition gegensteuern wollte, hätten sich als wirkungslos erwiesen. „Wenn Städte und Kommunen zügiger und mehr Bauland ausweisen würden, könnte man der Preisspirale effektiver begegnen.“ Dies sei aber momentan nicht in Sicht.

Vervierfachung des Quadratmeterpreises in Friedrichshain-Kreuzberg

Wie teuer Bauland 2017 in Berlin war, zeigt der genauere Blick auf die Berlin-Karte: Die Spannbreite ist hier wie auch in den Vorjahren sehr weit. Einen Rekordanstieg belegt der beliebte Innenstadtbezirk Friedrichshain-Kreuzberg mit 1025 Euro auf nunmehr 4890 Euro für einen Quadratmeter Bauland, der damit zum teuersten in der gesamten Stadt wird. Ein „Ausreißer“ nach oben, ein besonders teurer verkauftes Grundstück in Friedrichshain-Kreuzberg, beförderte zusätzlich den sprunghaften Anstieg der Baulandpreise. Mit nur zwei Prozent, das heißt 16 Verkäufen, bildete der einwohnerstarke Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg das Schlusslicht bei den Verkaufsfällen 2017. Vergleichsweise Schnäppchenpreise erwarteten die Käufer dagegen in Spandau mit 247 Euro je Quadratmeter, das den niedrigsten Kaufwert aller Bezirke aufwies. Auch die östlichen Bezirke Marzahn-Hellersdorf (249) und Treptow-Köpenick (337 Euro) liegen im unteren Bereich der Preisskala.

Mehr Geld für weniger Grundstücke und kleinere Flächen

Insgesamt 885 Kauffälle für unbebautes Bauland zählte die Statistik 2017, wobei die Gesamtsumme aller Umsätze durch Grundstücksverkäufe in Berlin – insgesamt rund 1,2 Milliarden Euro – gegenüber dem Vorjahr mit 26 Prozent stark anstieg. Bemerkenswert ist vor allem, dass dieses Plus erzielt wurde, obwohl weniger (-155) und kleinere Flächen den Eigentümer wechselten.  Nicht nur Private, auch landeseigene Wohnungsbaugesellschaften stellt der Preisanstieg zunehmend vor große Herausforderungen, ihrem Auftrag zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum gerecht zu werden.

Und es ist kein Ende der Preissteigerungen in Sicht. Das Beratungshaus PricewaterhouseCoopers kürte Berlin jüngst zur attraktivsten europäischen Stadt des Jahres für Immobilieninvestoren. . Steigende Immobilien- und Bodenpreise seien Ausdruck einer dynamischen Nachfrageentwicklung und stehen für die Attraktivität eines Quartiers, sagt Schorr „Sie sind aber auch Ausdruck der Knappheit des Angebots.“ Der Mangel an Bauland ist in Berlin aktuell einer der stärksten Preistreiber für den Wohnungsbau, bereitet aber auch den Weg dafür, dass die Stadt stärker an den Rändern wächst. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass die Infrastruktur mitwächst und die Bereitschaft zur Mobilität ebenso.

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