Berlin wächst und wächst und wächst – Es fehlen Fachkräfte und Gewerbegrundstücke

Berlin, den 25.10.2018 – Die Berliner Wirtschaft entwickelt sich immer dynamischer. Der Indikator für die aktuelle Lagebeurteilung, der sich aus positiven und negativen Einschätzungen saldiert, ist im Vergleich zum Frühjahr um sechs Punkte gestiegen. 95 Prozent der Unternehmen beurteilen ihre Situation inzwischen als gut oder mindestens zufriedenstellend. Das ergab die jüngste Konjunkturumfrage von Handwerkskammer und Industrie- und Handelskammer (IHK) bei mehr als 1.200 in Berlin tätigen Unternehmen, deren Ergebnisse Anfang Oktober vorgestellt wurden.

Beim Handwerk erreicht der Geschäftsklimaindex mit 139 Punkten einen Rekord. 66 Prozent der Unternehmen berichten über gute Geschäfte, lediglich fünf Prozent der Befragten klagen über einen eher schleppenden Auftragseingang. „Die Konjunktur im Handwerk und besonders am Bau ist für die dort tätigen Unternehmen wie ein scheinbar endloser Sommer“, sagt Rainer Schorr, Geschäftsführer der PRS Family Trust GmbH. „Der Baubereich im Handwerk ist einer der Konjunkturmotoren dieser Stadt. Berlin ist und bleibt eine Baustelle.“

Ähnlich sah es auch Jan Eder, Hauptgeschäftsführer der Berliner IHK bei der Präsentation der Umfrage. „Die Unternehmen und ihre Märkte wachsen rasant“. Das gelte für die meisten Betriebe und Branchen, vielleicht mit Ausnahme des Einzelhandels, wo es „konjunkturellen Gegenwind“ gebe. Ganz anders dagegen die Situation in den Hotels und Restaurants, die unter anderem vom Tourismus leben. Gut 70 Prozent der Unternehmen des Gastgewerbes profitierten vom warmen und langen Sommer. Die Investitionsabsichten bewegen sich auch deshalb auf einem hohen Level. Und 87 Prozent der Unternehmen wollen ihre Mitarbeiterzahl mindestens konstant halten, acht Prozent wollen zusätzliche Arbeitskräfte einstellen und nur fünf Prozent der Hotels und Gaststätten gehen von einer sinkenden Mitarbeiterzahl in den nächsten Monaten aus.

Besonders gut ist die Situation auf dem Bau: 80 Prozent der Unternehmen berichten hier von guten Geschäften, bei lediglich einem Prozent der Betriebe läuft es schlecht. Angesichts der sehr guten Konjunkturlage zweifeln einige Unternehmen inzwischen, dass die Zukunft noch besser werden kann – daher gehen die Erwartungen leicht zurück und der Saldo aus positiven und negativen Einschätzungen sinkt um acht auf 15 Zähler.

Für alle Branchen ist die Situation auf dem Arbeitsmarkt das größte Risiko für die Zukunft. 74 Prozent der befragten Unternehmen sehen den Fachkräftemangel als Risiko für die weitere Geschäftsentwicklung – im vergangenen Jahr waren es dagegen „nur“ 62 Prozent. Dazu kommen zunehmend Engpässe bei Gewerbeimmobilien. „Diese Effekte summieren sich und könnten den Aufschwung in Berlin mittelfristig beeinträchtigen“, warnt Schorr. Der Senat müsse mehr in Infrastruktur und Bildung investieren, Grundstücke entwickeln und Genehmigungen beschleunigen. Sonst stoße der Berlin-Boom eventuell an seine Grenzen.

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