Immobilieninvestitionen in Europa Berlin jetzt zweitbeliebtestes Anlageziel

Die hohe Lebensqualität und die Attraktivität für Unternehmen und Fachkräfte bewirken eine kontinuierlich gute Platzierung im Ranking von PwC und dem Urban Land Institute.

Europäische Immobilienanleger werden vorsichtiger: Die Branche sichert sich gegen mögliche Zinssteigerungen und geopolitische Risiken ab. Die Suche nach sicheren, langfristigen Erträgen treibt europäische Immobilieninvestitionen an – das geht aus den Emerging Trends in Real Estate Europe 2019 hervor. Der gemeinsam vom Urban Land Institute (ULI) und PwC veröffentlichte Bericht stützt sich auf die Aussagen von über 800 Immobilienexperten in ganz Europa, darunter Investoren, Projektentwickler, Kreditgeber und Berater.

Als eines der größten Hindernisse für Investitionen hat die Studie die geringe Verfügbarkeit geeigneter Immobilien identifiziert. Zugleich fließe weiterhin viel Kapital vorzugsweise aus Asien nach Europa. Dadurch werde Druck auf das obere Ende des Marktes ausgeübt: 70 Prozent der Befragten stimmen zu bzw. stimmen voll und ganz zu, dass vor allem Top-Immobilien überteuert seien. Der Berliner Wohnungsmarkt unterscheide sich darin nicht von anderen prominenten Standorten, bestätigt Rainer Schorr, Geschäftsführer der PRS Family Trust GmbH. „Viele Entwickler legen ihre Produkte inzwischen ganz auf Selbstnutzer aus, weil das für Neubauten in zentralen Lagen erforderliche Mietniveau immer schwerer zu realisieren ist. Auf der anderen Seite gibt es eine starke Kaufnachfrage von Neuberlinern mit deutlich überdurchschnittlichen Einkommen oder Vermögen, die zugleich wohnen und Geld anlegen wollen.“ Der Mietwohnungsbau finde dagegen jenseits des S-Bahn-Rings oder in den stadtnah gelegenen Umlandgemeinden satt. Dort suchten vor allem institutionelle Investoren nach attraktiven Anlagemöglichkeiten.

Im Ranking der europäischen Städte dominieren die etablierten deutschen Städte wie Berlin, Frankfurt oder Hamburg weiterhin die Top 10, wobei Berlin in diesem Jahr durch Lissabon von dem schon beinahe gewohnten ersten Platz in diesem Ranking verdrängt worden ist. Wien landet auf Rang 9 und punktet zusammen mit anderen europäischen Städten wie Madrid oder Amsterdam sowohl bei den Fundamentaldaten für Immobilien und den Mietwachstumsaussichten sowie auch hinsichtlich Lebensqualität, Anbindung, Innovationspotenzial und Attraktivität für Fachkräfte.

„Die gestiegenen Mieten und Preise führten letztlich dazu, dass Berlin für Fachkräfte nicht mehr so günstig ist, wie in den vergangenen Jahren“, sagt Rainer Schorr. „Alle anderen Vorzüge, wie die gute Infrastruktur, die Qualität der Gesundheitsversorgung und die politische und wirtschaftliche Stabilität sind aber geblieben.“ Hinzu komme, dass die Stadt vor allem von Menschen aus der Tec-Branche als ausgesprochen angenehm empfunden werde. Das vielfältige Kulturangebot und Nachtleben, die Parks und Sportmöglichkeiten, das kosmopolitische Lebensgefühl – alles wirkt sich positiv auf die Immobiliennachfrage in Berlin aus und macht sich in der weiterhin guten Platzierung bemerkbar.

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