Starkes Wirtschafts­wachstum in Berlin sorgt auch 2019 für hohe Nachfrage

Berliner Wirtschaft wächst weiter stärker als im Bundesdurchschnitt

Berlin, 11.12.2018 – Die Wirtschaftsleistung in Berlin wird aus Sicht des Senats auch 2019 stärker zulegen als im Bund. Allerdings wird sich das Wachstum von voraussichtlich 2,7 Prozent auf 2,3 Prozent abschwächen, wie Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) mitteilte. Starke Impulse kommen demnach aus dem Dienstleistungssektor, vor allem aus Informations- und Kommunikationsfirmen. Wachstumstreiber seien auch der Tourismus, der Onlinehandel und der Bau.

Für ganz Deutschland hatten Institute und Bundesregierung ihre Konjunkturprognosen für dieses und das kommende Jahr kürzlich auf teilweise deutlich unter 2 Prozent gesenkt. Gemessen wird die Wirtschaftsleistung mit dem Bruttoinlandsprodukt (BIP), dem Wert aller in dem Jahr produzierten Waren und Dienstleistungen. Es wächst in Berlin seit Jahren, vor allem weil immer mehr Menschen nach Berlin ziehen. Das erhöht die Nachfrage vom Bäcker bis zur Baufirma.

„Berlin profitiert von der Urbanisierung in Deutschland“, sagt Rainer Schorr, Geschäftsführer der PRS Family Trust GmbH „Vor allem junge Menschen ziehen für Studium und Ausbildung in einige wenige Metropolen und sorgen für ein attraktives Nachtleben und vielfältige Freizeitangebote, was weitere junge Menschen anzieht. Neu ist allerdings, dass diese Menschen seit etwa zehn Jahren auch in Berlin bleiben und vorzugsweise im Stadtgebiet wohnen möchten.“

Und nicht nur das: Neben Hamburg Bayern und Baden-Württemberg gehört Berlin zu den wenigen Bundesländern mit einem positiven Wanderungssaldo bei den Hochschulabsolventen. Das heißt: Nach dem Studium wollen unter dem Strich mehr Jungakademiker zuwandern, als wegziehen. Alle übrigen Länder müssen sich auf die Abwanderung von Absolventen nach dem Studienende einstellen

Was für viele Bundesländer ärgerlich ist: Weil Bildung in Deutschland Ländersache ist, und Fachkräfte verloren, in die das Land Geld investiert hatte, bedeutet für Berlin einen deutlichen Wachstumsschub, da hier 66 Prozent mehr Absolventen leben und arbeiten als in der Stadt ausgebildet wurden. „Durch den Schwarmstadteffekt könnte sich dieser Trend in den kommenden Jahren noch weiter verstärken“, sagt Schorr. „Denn seit einigen Jahren verlegen größere Unternehmen wissensintensive Bereiche vielfach nach Berlin, um von dem Fachkräftepotenzial und dem im Vergleich zu Süd- und Westdeutschland immer noch günstigen Lohnniveaus zu profitieren.“

Die starke Dienstleistungsorientierung und hohe sektorale Diversität sorgt für Stabilität in der wirtschaftlichen Entwicklung Berlins. Allerdings ist das Fehlen großer Industrien auch ein Grund dafür, dass das BIP pro Kopf in Berlin noch immer unter dem Bundesdurchschnitt liegt. Der Rückstand Berlins sank dennoch in den vergangenen zehn Jahren von 6,4 Prozent auf 3,6 Prozent.

„Für die Immobilienmärkte bedeuten die grundsätzlich positiven Trends in der Beschäftigungs- und Wirtschaftsentwicklung, dass die Nachfrage sowohl nach Wohnungen als auch nach Gewerbeflächen in Berlin weiter überdurchschnittlich wachsen werden“, sagt Rainer Schorr. „Angesichts einer gemessen am Bedarf zu geringen Bautätigkeit ist somit mit weiteren Preissteigerungen für Immobilien in Berlin zu rechnen.“

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