Pendler profitieren in Brandenburg von günstigen Immobilienpreisen

Berlin, 07. Januar 2019 – Die Stadt Brandenburg ist Pendler-Hauptstadt für Menschen, die in Berlin arbeiten. Zu diesem Ergebnis kommt das Forschungs- und Beratungsinstitut F + B für Wohnen, Immobilien und Umwelt, das die Peripherien von 25 Großstädten untersucht hat. Die Ergebnisse hat das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ am Mittwoch auf seiner Internetseite veröffentlicht. Die Forscher untersuchten Pendlerstrecken, Zeit- und Kostenaufwand für den Arbeitsweg sowie Erwerbskosten für Wohnraum. Brandenburg an der Havel bekommt vier von fünf möglichen Sternen, Frankfurt (Oder) drei Sterne, Potsdam  Falkensee und Teltow jeweils vier.

So zahlt man beispielsweise beim Erwerb einer 75-Quadratmeter-Eigentumswohnung in Brandenburg an der Havel nur gut 58 Prozent des Berliner Preises, bei der Miete sind es sogar nur knapp 44 Prozent. Von Brandenburg zum Berliner Hauptbahnhof sind es 87 Kilometer. Mit dem Auto benötigt man für die Strecke inklusiver durchschnittlicher Stauzeit 78 Minuten, die Autokosten summieren sich im Jahr auf 1218 Euro. Abgezogen sind da schon die 30 Cent je Kilometer, die man steuerlich anrechnen darf. Mit dem Öffentlichen Personennahverkehr braucht man von Hauptbahnhof bis Hauptbahnhof durchschnittlich 51,6 Minuten. Auch hier sind die üblichen durchschnittlichen Verspätungen bereits eingerechnet.

Der Havelstadt wird somit von den Forschern positiv angerechnet, dass die Wohnkosten vergleichsweise günstig sind und die Verkehrsanbindung sehr gut ist. In ganz Deutschland pendeln mehr als 18 Millionen Menschen, die mittlere Pendlerdistanz hat sich seit dem Jahr 2000 um 21 Prozent erhöht. Die hiesige Kommunalpolitik drängt darauf, die Taktfrequenz auf der hoch ausgelasteten Regionalbahnstrecke 1 vor Ende 2022 auf drei Züge je Stunde zu erhöhen. Aber mehr als ein paar Verstärkerzüge in der Rush hour hat die Deutsche Bahn derzeit nicht anzubieten. „Der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs wie auch der Straßenanbindung erweist sich einmal mehr als Nadelöhr für die Entwicklung eines ansonsten hervorragend geeigneten Standortes“, sagt Rainer Schorr, Geschäftsführer der PRS Family Trust GmbH. „In Brandenburg soll zudem verstärkt guter und mittelpreisiger Wohnraum angeboten werden. Hier gibt es einen erhöhten Handlungsbedarf weil innerhalb des Stadtrings solche Angebote mittlerweile rar geworden und kaum noch Grundstücke verfügbar sind“, so Rainer Schorr weiter.

Zugleich sorgten die starke Nachfrage und das vergleichsweise geringe Angebot dafür, dass die Preise in den vergangenen Monaten kräftig gestiegen sind. Für neue Eigentumswohnungen werden in Brandenburg an der Havel aktuell rund 2.200 Euro je Quadratmeter gezahlt, bei neuen Ein- und Zweifamilienhäusern sind es derzeit etwa 1.500 Euro Quadratmeter. „Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies einen Anstieg von über acht Prozent“, bestätigt Rainer Schorr.

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