Gewerbeimmobilien in Berlin: Wenig Flächen, steigende Mieten

Berlin 14. Januar 2019 – Im vergangenen Jahr sind in Berlin 13 Prozent weniger Gewerbeimmobilien verkauft worden als 2017. Zahlreiche Megadeals konnten das Steuer nicht herumreißen. Der Büroinvestmentmarkt ging um rund zehn Prozent zurück. Das ist kein Zeichen sinkenden Interesses. Grund für den rückläufigen Trend sind vielmehr fehlende Flächen. Das zeigen auch steigende Mieten und rückläufige Leerstände.

So gingen im vergangenen Jahr Berliner Gewerbeimmobilien im Wert von 6,85 Mrd. Euro über den Tisch, ermittelte der Makler Savills. Der Löwenanteil von 3,6 Mrd. Euro entfiel dabei auf Büros, knapp 1,9 Mrd. Euro auf Läden. Dem Geschäft Beine machten 30 Deals in dreistelliger Millionenhöhe. Und dennoch reichte es nicht, um das Jahr 2017 zu überflügeln. „Einer der Gründe ist die geringe Zahl an verfügbaren Baugrundstücken in Berlin“, sagt Rainer Schorr Geschäftsführer PRS Family Trust GmbH. „Der Mangel an Baugrund führt dazu, dass auch immer weniger Projektentwicklungen und fertige Gebäude auf den Markt kommen.“

Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich an den Vermietungsmärkten: Mit einem Flächenumsatz von 909.000 Quadratmetern wurde laut Savills das Rekordergebnis von über einer Million Quadratmeter aus dem vorangegangenen Jahr nicht erreicht. Dafür legte aber die Spitzenmiete im Laufe des Jahres kräftig zu. Aktuell werden in Berlin in der Spitze bis zu 35,80 Euro je Quadratmeter gezahlt. Das sind 12,6 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die Durchschnittsmiete kletterte binnen Jahresfrist um 15,6 Prozent auf 22,00 Euro je Quadratmeter.

„Berlin steht damit für die dynamischste Entwicklung unter den anderen Top-7-Standorten“, sagt Rainer Schorr. Perspektivisch sei zwar mit einem Abflachen des Mietpreiswachstums zu rechnen. Das gilt aber noch nicht für 2019. In den kommenden zwölf Monaten dürften die Mieten weiter nach oben gehen. „Denn auch die avisierte Flächenfertigstellung führt kurzfristig zu keiner Entspannung.“

Zwar steige die Flächenpipeline nach Maklerangaben mit 425.000 Quadratmeter im weiteren Jahresverlauf deutlich an. Diese Flächen seien jedoch zu 70 Prozent vorvermietet. 2019 stünden damit lediglich 127.000 Quadratmeter für Neuvermietungen zur Verfügung.

Um mehr Büros in die Stadt stellen zu können, fordert Schorr von Politik, Investoren und Öffentlichkeit mehr Mut in der Stadtentwicklung: „Wir brauchen beispielsweise mehr Hochhäuser in Berlin“, sagt Rainer Schorr. „Nur damit können wir die erforderlichen Flächenvolumina erreichen und ein kontinuierliches wirtschaftliches Wachstum in der Stadt generieren. “

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