Berlin und Brandenburg wollen gemeinsam wachsen

Berlin liegt in Brandenburg, geographisch jedenfalls. Für Brandenburg ist dies ein großer Vorteil, weil mitten in einer strukturschwachen Region eine Metropole wächst und wächst. Nachteil für Berlin: Dieses Wachstum hat unverrückbare geographische Grenzen.

Wenn dann also – wie seit Jahren – in Berlin der Zuzug und die Immobiliennachfrage explodieren, die Wirtschaft wächst und eine Firma von Hohenschönhausen nach Hoppegarten umsiedelt, dann ist sie für Berlin verloren. Zudem unterliegt sie in Brandenburg anderen Vorschriften, anderen Steuersätzen und auch anderen Feiertagen. Deshalb sind beispielsweise viele Arbeitnehmer und Unternehmer auf die gute Kooperation beider Länder angewiesen.

„Umso wichtiger ist der neue „Landesentwicklungsplan Hauptstadtregion“, der in dieser Woche von beiden Landesregierungen den beschlossen wurde“, sagt Rainer Schorr, Geschäftsführer der PRS Family Trust GmbH. Ein Ergebnis der Beratungen ist: Angesichts der steigenden Zahlen von Pendlern und Umzügen zwischen beiden Ländern wollen Berlin und Brandenburg künftig vor allem in den Bereichen Verkehrs- und Wohnungspolitik stärker zusammenarbeiteten.

Insbesondere in den Kommunen des Berliner Umlandes sollen in den kommenden Jahren neue Flächen erschlossen werden. Berlins Bausenatorin Katrin Lompscher (Linke) schätzt das Potenzial auf rund 400.000 Wohnungen in Berlin und im Umland – Wohnungen, die in bis zu 60 Minuten von Berlins Innenstadt zu erreichbar sind. Die Grenze zu Brandenburg soll demnach kein Hindernis den Bau von bezahlbaren Wohnungen sein.

„Dazu bedarf es dringend eines Ausbaus des regionalen Bahnverkehrs“, sagt Rainer Schorr. „Derzeit pendeln etwa 300.000 Brandenburger nach Berlin manche auch in die umgekehrte Richtung. In diesem Sinne ist es auch erfreulich, dass sich Berlins Verkehrssenatorin Regine Günther (für Grüne) für eine bessere Vernetzung der Metropolregion einsetzen will. Auf acht Korridoren möchte sie Projekte entsprechend „priorisieren“ – zum Beispiel nach Nauen, Potsdam auf der Stammbahn, nach Rangsdorf oder Velten. Zudem stellt die Senatorin in Aussicht, dass die Regionalbahnen R1, R2 und R7 künftig öfter und mit mehr Kapazität fahren werden.

Rainer Schorr sagt dazu:„ Die engere Verflechtung beider Länder sei für die Weiterentwicklung des Standortes unerlässlich. Es ist also zu begrüßen, dass die Politik die Entwicklung des integrierten Metropolenraumes für sich entdeckt.“

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