Brandenburger Umland profitiert von Berliner Wohnungssuchenden

Berlin, den 19.02.2019 – 3.634.100 Berliner zählte das Amt für Statistik Ende September vergangenen Jahres – 20.600 Bewohner mehr als zum letzten Quartalsende 2017. Die Stadt zieht Menschen an, weit überwiegend aus dem Ausland und verliert zugleich Bewohner ans Umland. Aber auch ohne Zuzug würde die Bevölkerung Berlins wachsen dank des Geburtenüberschusses. 30.200 Kinder kamen in den ersten neun Monaten des Jahres 2018 auf die Welt, geringfügig weniger (200) als im gleichen Vorjahreszeitraum. Zugleich aber 3.400 Menschen mehr, als in dem Zeitraum verstarben (26.800).

„Die neusten Zahlen des Amtes für Statistik belegen allerdings auch eine wachsende Abwanderung in die Umlandgemeinden“, sagt Rainer Schorr, Geschäftsführer der PRS Family Trust GmbH: Berlin verlor an sein Brandenburger Umland 9.100 Menschen, gegenüber dem ganzen Nachbarland sogar fast 12.000 Menschen. „Vor allem junge Familien finden bezahlbare Wohnungen in der Regel außerhalb der Stadt, teils sogar finanzierbares Wohneigentum“, berichtet Schorr. „Viele Immobilienentwickler haben in der Vergangenheit wiederholt erklärt, wegen des politischen Klimas, das eher Bedenken von Bürgerinitiativen als Initiativen von Bauunternehmen stützte, auf die Nachbargemeinden auszuweichen.“

Die Mark Brandenburg wiederum kann den Zuzug junger Familien gut gebrauchen: Dort und zwar vor allem in den weiter ab von Berlin gelegenen ländlichen Gebieten melden die Statistiker ein „Geburtendefizit“: Fast 10.000 Personen verlor das Land, weil mehr Todesfälle zu verzeichnen waren, als Kinder geboren wurden. Das Defizit wuchs sogar noch gegenüber dem Vorjahreszeitraum (minus 8.300 Menschen). Dass Brandenburg unterm Strich trotzdem wächst, ist allein der Wanderung zu verdanken: Den 11.900 Berlinern, die in die Dörfer zogen sowie 4.500 Personen aus dem Ausland.

„Trotz der Abwanderung stellt das anhaltende Wachstum Berlins die Stadtentwicklung Berlins vor große Herausforderungen“, sagt Rainer Schorr. „Weil schon heute sogar nach den zurückhaltenden Schätzungen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung mehrere 10.000 Wohnungen fehlen, werden die Mieten und Preise in der Stadt auch weiterhin steigen. Eine angebotsseitige Entspannung am Wohnungsmarkt wird es jedenfalls nicht innerhalb der nächsten fünf Jahre geben.“

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