Baulandpreise im Berliner Umland steigen deutlich

Berlin, 05. März 2019 – Die Preise für Bauland im Berliner Umland steigen weiter. Beispielhaft hierfür sind die Entwicklungen am östlichen Stadtrand. In Neuenhagen liegen sie mittlerweile zwischen 200 und 270 Euro pro Quadratmeter. Von hier sind es etwa 30 Minuten bis zum Alexanderplatz. „Je weiter vom Berliner Zentrum entfernt und je schlechter die Anbindung umso günstiger sind Grundstücke mit Baugenehmigung“, sagt Rainer Schorr, Geschäftsführer der PRS Family Trust GmbH. „In einigen Ortschaften nahe der Oder ist der Quadratmeter Bauland aktuell für fünf Euro zu haben. Vor kurzem waren es noch vier. Die Anpassung war unvermeidlich, weil das zuständige Bauamt seine Gebühren erhöht hat.“

Im Landkreis Märkisch-Oderland zeigt sich zugleich, wie sich Angebot und Nachfrage auf die Preisbildung von Baugrundstücken auswirken. Im vergangenen Jahr hat es den Zahlen des Gutachterausschusses zufolge dort mehr als 3000 Grundstückskäufe gegeben, davon 1232 für unbebautes Land. 100 davon in Neuenhagen – 14 weniger als im Jahr zuvor – 45 in Fredersdorf-Vogelsdorf und 44 in Petershagen-Eggersdorf (-6). Steigende Verkäufe gab es in Klosterdorf, wo 41 Verkäufe beurkundet wurden (+11). „Der Ort nahe Strausberg ist eine seltene Ausnahme“, sagt Rainer Schorr. „Seit mehreren Jahren ist zu beobachten, dass im Umland weniger unbebaute Bauplätze verkauft werden.“ Ursachen seien neben steigenden Baulandpreisen auch die höheren Baukosten, ausgelastete Firmen und teils auch unattraktive Standorte für Baugebiete. „Hat ein Baugrundstück an der Berliner Stadtgrenze mit 500 Quadratmetern vor fünf Jahren noch 50.000 Euro gekostet, sind es jetzt 200.000 Euro“, sagt Rainer Schorr. Ein Ende des Baubooms bedeute das aber nicht.

Die Bodenrichtwerte stiegen vor allem an den Nahverkehrsachsen: In Neuenhagen Im Gruscheweg von 190 auf 270 Euro pro Quadratmeter – also um 42 Prozent. Im auf der anderen Seite der S-Bahn-Trasse gelegenen Bollensdorf lag der Zuwachs sogar bei 60 Prozent auf jetzt 200 Euro. Und die mit 80 Prozent größte Steigerung im Untersuchungsgebiet gibt es im Strausberger Hufenweg, wo der Quadratmeter aktuell 180 Euro kostet.Neben der Entfernung zu Berlin zahlt in Brandenburg vor allem die Nähe zum Wasser auf den Grundstückswert ein, insbesondere wenn diese mit einem Gewässer zusammen vermarktet werden. So wurde Ende Januar in Hennickendorf von einem Eigentümer erstmals Bauland zusammen mit einem kleinen Teil des in Privatbesitz befindlichen Stienitzsees verkauft. Der Bodenpreis liegt dort bei 600 Euro, der für das Wasser bei 50 Euro pro Quadratmeter. „Erstmals kostet ein unbebautes Grundstück für ein Einfamilienhaus im Kreis Märkisch-Oderland mehr als eine Million Euro“, sagt Rainer Schorr. „Vom eigenen See bis zum Alexanderplatz sind es dann noch etwa 60 Minuten.“

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