Die Berliner Wirtschaft und die Immobilien­nachfrage in der Stadt wachsen weiter

Berlin, 09. April 2019 – Wer hätte das vor zehn Jahren erwartet? In Berlin herrscht Vollvermietung und dies nicht nur bei Wohnungen, sondern auch bei Büros. Grund ist ein inzwischen zehn Jahre andauernder wirtschaftlicher Aufschwung, der in der Stadt jährlich an Dynamik gewinnt. So stieg die Berliner Wirtschaftsleistung im vergangenen Jahr um 3,1 Prozent im Vergleich zu 2017 zu und damit doppelt so stark wie im Bundesdurchschnitt, der bei 1,5 Prozent lag. Der Vorsprung auf die anderen Bundesländer ist enorm: Hessen, das auf Platz zwei landete, verzeichnete nur ein Plus um 2,2 Prozent, der nächstplatzierte Stadtstaat Bremen verbuchte einen Zuwachs von 2,1 Prozent. Im Jahr 2017 noch das wachstumsstärkste Bundesland, ist Bayern stark zurückgefallen: Der Flächenstaat rangiert mit einem Plus von 1,4 Prozent nur noch auf Platz neun. Auch das wirtschaftliche Schwergewicht Baden-Württemberg legte im vergangenen Jahr lediglich um 1,5 Prozent zu und findet sich damit nur noch einen Platz vor Brandenburg mit 1,4 Prozent.

Die beiden süddeutschen Bundesländer, in denen große Autoproduzenten wie BMW, Audi und Daimler sowie viele weitere exportstarke Unternehmen sitzen, dürften nicht nur unter der Dieselkrise, sondern auch unter der Abkühlung der Weltwirtschaft gelitten haben. „Die Berliner Wirtschaft ist kaum vom Exportgeschäft abhängig und profitiert von stark diversifizierten Dienstleistungen mit teils hoher Innovationskraft“, sagt Rainer Schorr, Geschäftsführer der PRS Family Trust GmbH. „Im vergangenen Jahr legte besonders die IT-Wirtschaft zu. Ein Fünftel des Wachstums entfiel allein auf diesen Sektor, in dem besonders viele Start-ups Tätig sind.“ Die gute wirtschaftliche Entwicklung komme inzwischen auch in den Portemonnaies der Berliner an.

Zwar haben der Aufschwung und die robuste Entwicklung des Arbeitsmarktes dafür gesorgt, dass in ganz Deutschland Beschäftigung und Löhne stetig gestiegen sind. In Berlin allerdings ist diese Entwicklung besonders ausgeprägt. Seit Jahren steigt die Erwerbstätigkeit in der Hauptstadt stärker als im Bundesschnitt; seit 2012 wächst sie jedes Jahr sogar mindestens doppelt so schnell. Diese Entwicklung zeigt sich auch an der Summe aller gezahlten Bruttolöhne.

In den vergangenen beiden Jahren beispielsweise stieg die Summe der gezahlten Bruttolöhne in Berlin vor Steuern und Sozialabgaben um jeweils 7,1 Prozent. Im Bundesschnitt kletterten die Löhne nur um 4,8 Prozent beziehungsweise um 4,2 Prozent. „Grund für diesen Anstieg sind die stärkere Beschäftigung und das wachsende Gehaltsniveau“, sagt Rainer Schorr. „Allerdings hat Berlin bei beiden Faktoren noch ein enormes Aufholpotenzial. Bis in zu Beginn der zehner Jahre rangierte Berlin bei der Arbeitslosigkeit weit oben und wies bei den Löhnen einen erheblichen Rückstand zu anderen Metropolen auf.“ Das ändere sich nur langsam.

Jeder Angestellte in Berlin verdiente beispielsweise im vergangenen Jahr im Schnitt 36.146 Euro. Zum Vergleich: In Hamburg lag dieser Wert bei 41.785 Euro. Jedoch steigen in Berlin auch die Bruttolöhne, die pro Arbeitnehmer gezahlt werden, schneller als in anderen Bundesländern. Zuletzt legten sie um 3,9 Prozent zu. „Plötzlich reich ist Berlin trotz aller wirtschaftlichen Dynamik noch lange nicht“, sagt Rainer Schorr.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Buy now