Wohnen in Berlin: Studentenapartments bleiben knapp

Berlin, 30. April 2019 – Berlin ist eine Studentenhochburg. Fast 190 000 Studenten sind an Hochschulen in der Stadt eingeschrieben. Das sind 41 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren. Dabei steigt vor allem der Anteil internationaler Studierender überproportional rasch um aktuell etwa zehn Prozent jährlich. Alle Berliner StudentInnen müssen sich auf dem angespannten Wohnungsmarkt der Hauptstadt behaupten. Und nicht nur sie. Auch viele Studenten, die an den Hochschulen im Umland, etwa in Potsdam oder sogar in Frankfurt/Oder eingeschrieben sind, leben bevorzugt in Berlin.

„Dementsprechend hoch ist die Nachfrage nach bezahlbaren Zimmern und Wohnungen“, sagt Rainer Schorr, Geschäftsführer der PRS Family Trust. „Doch das Angebot ist weniger als knapp. Und nur acht Prozent der Studenten finden in den günstigen Wohnheimen des Studentenwerkes Platz.“

Wie angespannt der studentische Wohnungsmarkt und wie schwierig die Suche nach einer Unterkunft ist, zeigt auch der „Anspannungs-Index“ des Hochschulstädte-Scorings 2018 des Moses Mendelssohn Instituts an: So ist der Scoring-Wert für Berlin zwischen 2013 und 2018 von 55 auf 67 Punkte angestiegen. Deutschlandweit liegt er aktuell bei knapp 38 Punkten. Maximal kann der Wert theoretisch 100 Punkte erreichen, ab 50 gilt der Markt als kritisch. „Da sind zusätzliche Angebote auf dem Wohnungsmarkt in spürbarem Umfang dringend notwendig, um die Situation zu entschärfen“, sagen die Autoren.

Doch adäquate Angebote gibt es kaum. Die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften allein können die Bedarfslücke nicht schließen. Sie sind zwar aufgefordert, ihren Beitrag zu leisten. Doch die degewo etwa baut aktuell gerade einmal 57 neue Mietwohnungen für Studenten und Azubis in Steglitz.

„Inzwischen haben viele private Entwickler Studentisches Wohnen in Berlin als Geschäftsfeld entdeckt“, berichtet Rainer Schorr. „Sie bauen vermehrt eigens für die Bedürfnisse der Studenten konzipierte Apartmentprojekte. Meist handelt es sich dabei um Häuser mit mehreren hundert Micro-Wohnungen von rund je 20 Quadratmetern.“ Die Apartmenthäuser sind – sieht man von der geringen Fläche der einzelnen Wohneinheiten ab – recht hochwertig ausgestattet.

In der Regel gibt es zusätzliche Gemeinschaftsflächen, einen Concierge, eine Dachterrasse sowie W-Lan, eventuell auch Bibliothek oder ein Fitnessstudio. Balkone gehören vielfach zum Standard oder werden gegen Aufpreis angeboten. Die Mietpreise bewegen sich dafür im oberen Segment. Zwischen 450 und 650 Euro werden in Berlin für Apartments von um die 20 Quadratmeter verlangt. Dennoch sind die Miniwohnungen heiß begehrt: Fragt man die Anbieter, heißt es überall, dass es keine freie Plätze gibt, selbst wenn das betreffende Haus noch gar nicht eröffnet ist.

„Für viele Studieninteressenten, beziehungsweise deren Eltern, die ja häufig die Finanziers sind, ist die Wohnsituation in Berlin schwieriger geworden“, sagt Rainer Schorr. „Für Kapitalanleger hingegen ist sie auf absehbare Zeit günstig. Die Käufer von Apartments müssen mittlerweile zwar tief in die Tasche greifen, aber dafür investieren sie in Berlin in einen zukunftsträchtigen Markt.“

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