Micro-Living, Co-Living – Wachstumstrends in Berlin

Berlin, 09. Mai 2019 – Berlin braucht Fachkräfte und Fachkräfte brauchen Wohnungen. Für diese Herausforderung der Stadt- und Wirtschaftsentwicklung haben sich Co-Living-Angebote und Micro-Apartments als praktikable Lösung erwiesen. Neue Projekte schießen dabei wie Pilze aus dem Boden. Beeindruckend ist zudem die große Brandbreite bei Qualität und Serviceangeboten. Sie reicht vom einfach ausgestatteten Hostel-Ersatz bis zur anspruchsvollen Dauerunterkunft für etablierte Spitzenkräfte.

Beispielhaft für den Trend zum wachsenden Luxus beim temporären Wohnen sind die „Beautique Apartments“ der Skjerven Group in der Charlottenburger Eisenzahnstraße. Dort wird ein 70er-Jahre Bau zur Life-Style-Immobilie mit 180 Micro-Apartments umgebaut, mit Concierge, Fitnessstudio, großzügigem Lounge-Bereich und vielen zubuchbaren Serviceangeboten, so dass sich die Bewohner voll auf ihre Arbeit und regenerative Freizeitaktivitäten konzentrieren können.

„Das Potenzial in diesem Segment ist riesig“, sagt Rainer Schorr, Geschäftsführer PRS Family Trust. „Denn erstens ist die Zahl der Fernpendler in Berlin in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen und zweitens verfügt diese Gruppe über deutlich überdurchschnittliche Einkommen. Im Ergebnis hat sich auch die Zahl der angemeldeten Zeitwohnsitze spürbar erhöht.“ In Berlin sind derzeit 130.000 Zweitwohnungen registriert. Für 17.000 von ihnen erhebt das Land Berlin eine Zweitwohnsitzsteuer. Da insbesondere berufsbedingte Unterkünfte von der Steuer befreit sind, dürfte die Zahl der Pendlerwohnungen in Berlin die 100.000er Marke längst überschritten haben.

„Weil die Kosten für die Unterkunft oftmals von den jeweiligen Arbeitgebern getragen werden beziehungsweise steuerlich absetzbar sind, ist es letztlich kein Zufall, dass sich immer mehr Angebote auf die Zielgruppe der mobilen Professionals konzentrieren“, sagt Rainer Schorr. „Hinzu kommen junge Leute aus dem Kreativ- und IT-Bereich, die nur einen Schreibtisch und einen Internetzugang brauchen, um loslegen zu können.“ Junge Menschen, die gern mal zwei Jahre in Berlin und ein Jahr in London oder Manchester leben und dann eventuell nach Bangkok gehen, sind die typische Klientel von Rent24 und anderen Co-Living-Anbietern.

Deren „Mitglieder“ sollen es nach Willen der Unternehmen so bequem wie möglich haben. Betten mit dicken Matratzen, statt Doppelstock, Holzfußboden statt PVC, flauschige Schafsfelle, statt Tagesdecken und natürlich auch echte Pflanzen und eventuell sogar echte Kunst. Anders als klassische Micro-Apartments fokussiert Co-Living stärker auf die Gemeinschaft und das Arbeiten unter einem Dach. Bei Rent24 in der Potsdamer Straße gibt es deshalb auch Kicker, ein Kino sowie ein Sportprogramm – und eben auch Räume mit Arbeitsplätzen und Besprechungsmöglichkeiten.

Komfort und Flexibilität haben allerdings ihren Preis: Bei Rent24 kostet ein Einzelzimmer in Berlin zwischen 1.500 und 1.700 Euro im Monat. Bei klassischen Service-Apartments ist für diesen Betrag bereits ein ganzes Apartment zu haben, so dass sich vor allem längerfristig orientierte und ältere Mieter für Lösungen ohne Gemeinschaftsangebote entscheiden.

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