Luxuswohnen in Berlin

Berlin, 21.05.2019 – Luxus in Berlin ist ein vergleichsweise junges Segment. Die Stadt war lange „arm aber sexy“, um ein berühmtes Wort eines fast schon vergessenen Bürgermeisters aufzunehmen. Seit 2005 wächst die Wirtschaftsleitung allerdings schneller als der Bundesdurchschnitt und auch die Bevölkerungszahlen legen nach zwischenzeitlichem Rückgang wieder zu. Spätestens mit der Fußballweltmeisterschaft von 2006 wurde dann Berlin auch international als potenziell interessanter Wohnort wahrgenommen.

Seit dem ist es wirtschaftlich lohnend, aufwendig ausgestattete Wohnungen auch für ein größeres Publikum zu schaffen. Als Initialzündung darf hier die Revitalisierung des Cumberland-Hauses am Kurfürsten Damm gelten. Das imposante Gebäude mit seiner 60 Meter breiten Sandsteinfassade war seit 1911 als Boarding Palace errichtet worden – und sollte vor allem jenen wohlhabenden Menschen als Residenz dienen, die Berlin immer nur für einige Monate im Jahr aufsuchten. Zahlreiche Suiten sollten mit Hauspersonal vermietet werden. Diese Geschäftsidee scheiterte damals allerding bereits vor der Eröffnung. Der Eigentümer ging in Konkurs. Inventar und Möbel wurden versteigert.

Es dauerte dann fast 100 Jahre bis das Haus einer adäquaten Nutzung zugeführt werden konnte und der 180 Meter tiefe Gebäudekomplex seit 2010 zu 183 Eigentumswohnungen umgebaut werden konnte. „Die Wohnungen zu Preisen von um die 7.500 Euro je Quadratmeter sind den Eigentümern damals förmlich aus den Händen gerissen worden“, sagt Rainer Schorr, Geschäftsführer der PRS Family Trust. „Und bei Wiederverkäufen werden heute deutlich höhere Preise aufgerufen. Inzwischen haben die Berliner Wohnungspreise im höchsten Segment den Wert von 20.000 Euro je Quadratmeter überschritten und das Penthouse in der Hauptstadt ist insbesondere bei Unternehmern aus prosperierenden deutschen Mittelstädten zwischen Friedrichshafen und Papenburg zu einem begehrten Statussymbol geworden.“

„Die Definition von Luxus anhand bestimmter Ausstattungsmerkmale war und ist dabei umstritten“, sagt Rainer Schrorr. „Als zuverlässiger Indikator hat sich vor allem die Einschätzung des internationalen Maklerhauses Knight Frank erwiesen, welches nur das obere Preiszehntel der angebotenen Wohnungen dem Luxussegment zuschlägt.“ Nach dieser Systematik sind die Preise für Luxuswohnungen in Berlin im vergangenen Jahr 14,1 Prozent gestiegen. Berlin führt damit das Ranking der internationalen Metropolen an. Auf den Plätzen folgen Moskau(12 Prozent) und Frankfurt (9,5 Prozent). Vor allem Berlin und Frankfurt zeichneten sich demnach durch eine hohe Nachfrage nach Mietwohnungen, ein begrenztes Angebot an neuem Wohnraum und relative Bezahlbarkeit aus.

Vor allem Berlin ist gemessen an internationalen Maßstäben immer noch günstig. Hierzulande erhält man 77 Quadratmeter Luxus-Apartment, während man sich in New York (31 qm), Hongkong (22 qm) oder Monaco (16 qm) mit einem Zimmer oder Kammer bescheiden muss. „Der Vollständigkeit halber muss noch gesagt werden, dass es sich bei allen diesen Zahlen um Angebotspreise handelt“, sagt Rainer Schorr. „Wieviel die Käufer tatsächlich zahlen, wissen mit großer zeitlicher Verzögerung nur der Gutachterausschuss sowie die diskreten Notare und Berater.“

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