Rekordzahl an Wohnungen in Berlin fertiggestellt

Berlin, 29.05-2019 – In Berlin wurde zuletzt so viel gebaut wie lange nicht. 16.706 Wohnungen haben Bauherren im vergangenen Jahr an neue Bewohner übergeben. Das sind 1.037 Wohnungen mehr als 2017. Das meldet das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg. Die Steigerung erfolgte vor allem im Neubau, wo der Anstieg besonders kräftig um fast 13 Prozent gegenüber 2017 war. Ähnlich kräftig wuchs die Zahl der Wohnungen, die in Mehrfamilienhäusern entstanden: um 12,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In Ein- und Zweifamilienhäusern stieg die Zahl der Fertigstellungen 2018 um 6,7 Prozent auf 1469 neue Wohnungen. Durch Baumaßnahmen an bestehenden Gebäuden wurden 2243 weitere Wohnungen fertiggestellt, gut ein Fünftel weniger als im Vorjahr.

„Der rückläufige Wohnungsbau im Bestand ist durch komplexe Genehmigungsverfahren und die wachsende Zahl an Milieuschutzgebieten begründet“, sagt Rainer Schorr, Geschäftsführer der PRS Family Trust GmbH. „Wo ein Aufzug als genehmigungspflichtiger Luxus versagt wird, werden auch weniger neue Dachwohnungen gebaut, insbesondere dann, wenn der Brandschutz immer teurer wird.“

Die meisten neuen Wohnungen entstanden in den Bezirken Mitte und Treptow-Köpenick. Die wenigsten in Reinickendorf, Steglitz-Zehlendorf und Tempelhof-Schöneberg. In Pankow entstanden 2152 Wohnungen, in Charlottenburg-Wilmersdorf 1050, Spandau 1265, Steglitz-Zehlendorf 1263, in Tempelhof-Schöneberg 634, in Neukölln 794, in Treptow-Köpenick 2545, in Marzahn-Hellersdorf 1731, in Lichtenberg 2013 und Reinickendorf 436.

Gemessen an der Bevölkerungsentwicklung der Stadt ist der geringfügige Anstieg der Neubauzahlen enttäuschend: Knapp 40.000 Menschen kommen jährlich nach Berlin mehr als fortziehen – rein rechnerisch wäre der Bau von rund 20.000 Wohnungen erforderlich, um allein jeden dieser zusätzlichen Neuberliner unterzubringen – 3000 neue Wohnungen mehr müssten also gebaut werden. Damit verschärft sich der Kampf um die knapp gewordenen Wohnungen. Hinzu kommt, dass sich die „Zunahme der Baufertigstellungen abflaut“, wie das Amt für Statistik feststellt. Im Jahr 2017 hatte der Anstieg der Neubauzahlen noch bei 14,7 Prozent gelegen, im vergangenen Jahr nur noch bei 6,6 Prozent.

„Der Trend muss eigentlich in die andere Richtung gehen“, sagt Rainer Schorr. „Hier gibt momentan eher schwache Signale.“ So seien die Genehmigungszahlen in den ersten drei Monaten 2019 im Vergleich zum Vorjahr um knapp zwölf Prozent gestiegen. Doch es gäbe viele Flächen, die zwar prinzipiell in der Planung seien, auf denen aber wohl in absehbarer Zeit keine Wohnungen gebaut werden würden. Das betrifft beispielsweise 7.000 Wohnungen, die zwar laut Stadtentwicklungsplan errichtet werden sollen, deren Grundstücke jedoch momentan von etwa 20 Kleingartenkolonien genutzt werden. „Der Senat wird alles tun, damit die betreffenden Bezirke dort keine Wohnungen genehmigen müssen. Denn die dort drohenden Bürgerprotesten wiegen politisch schwerer als das Abweichen von einer Senatsebene beschlossenen Planungsgrundlage.“

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