Berliner Wirtschaft zeigt sich robust

Berlin, 15.07.2019 – Die Reallöhne in Berlin haben sich im ersten Quartal 2019 um 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal erhöht, das belegen neue, vom Amt für Statistik Berlin-Brandenburg veröffentlichte Zahlen. Damit nahmen die preisbereinigten Bruttomonatsverdienste stärker als noch im 4. Quartal 2018 (1,1 Prozent) zu. Ein Grund für das stärker ausfallende Wachstum ist die gesunkene Inflationsrate. Die Lohnzuwächse verteilen sich unterschiedlich auf die Wirtschaftssektoren: Während im Dienstleistungssektor ein Plus von 1,8 Prozent erzielt wurde, fiel die Steigerung im produzierenden Gewerbe mit 1,0 Prozent etwas geringer aus. Trotzdem liegt das Gehaltsniveau in der Produktion mit durchschnittlich 3.775 Euro pro Monat deutlich über dem des Dienstleistungssektors mit 3.328 Euro.

Es zeigt sich also, dass die Berlinerinnen und Berliner von der positiven Entwicklung der Konjunktur profitieren. Laut Prognose der Investitionsbank Berlin (IBB) soll der wirtschaftliche Aufschwung anhalten. Zwar wird das Wachstum laut Experten im laufenden Jahr mit knapp zwei Prozent unter dem Ergebnis des Vorjahres liegen (3,1 Prozent), dennoch hält der Aufschwung damit das zehnte Jahr in Folge an und wird darüber hinaus das sechste Jahr in Folge stärker ausfallen als im Bundesdurchschnitt (Prognose für 2019: +0,8 Prozent). „Trotz zunehmender wirtschaftlicher Unwägbarkeiten, zum Beispiel die angedrohten Strafzölle gegen die EU vonseiten der USA und die Folgen des Brexits, zeigt sich die Berliner Wirtschaft robust“, sagt Rainer Schorr, Geschäftsführer der PRS Family Trust GmbH. „Das liegt vor allem am starken Dienstleistungssektor und der Bauwirtschaft der Hauptstadt, aber auch an der steigenden Binnennachfrage in der Industrie.“

Trotz der guten konjunkturellen Entwicklung besteht für Berlin jedoch nach wie vor Aufholbedarf. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten hat sich in den vergangenen Jahren zwar deutlich erhöht und die Arbeitslosigkeit ist stark zurückgegangen, dennoch lag Berlin mit einer Arbeitslosenquote von 7,8 Prozent im Juni immer noch fast drei Prozentpunkte über dem bundesdeutschen Durchschnitt. Auch die Kaufkraft der Berliner rangiert laut Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) mit durchschnittlich 21.033 EUR pro Einwohner nur im unteren Mittelfeld verglichen mit den übrigen Bundesländern.

„Berlin ist auf einem guten Weg und deswegen ist es sehr wichtig, alle Voraussetzungen für anhaltendendes Wirtschaftswachstum zu schaffen“, mahnt Schorr an. Angesichts des Fachkräftemangels gehöre auch ein funktionierender Wohnungsmarkt dazu. „Viele, auch gut bezahlte Fachkräfte finden schlicht keine Wohnung. Und wenn die wegbleiben, kann sich das für eine Stadt wie Berlin, die auf gut ausgebildete, junge Menschen angewiesen ist, schnell zu einem Standortnachteil und wirtschaftlichen Problem entwickeln“, so Schorr weiter. „Deshalb ist die Politik angehalten, schnellstens die Voraussetzungen für mehr Neubau zu schaffen, um die positive wirtschaftliche Entwicklung der Hauptstadt nicht zu gefährden.“

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