Rekordumsatz auf dem Berliner Immobilienmarkt erzielt

Berlin, 19.07.2019 – Aus dem jüngst veröffentlichten Grundstücksmarktbericht Berlin 2018/2019 geht hervor, dass im vergangenen Jahr in der Hauptstadt Immobilien im Wert von 19,22 Mrd. EUR den Besitzer gewechselt haben – ein neuer Rekordwert. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einer Umsatzsteigerung von sechs Prozent. Gleichzeitig ging die Anzahl der gehandelten Immobilien um elf Prozent auf 27.534 zurück und auch der Flächenumsatz verkleinerte sich in fast allen Teilmärkten. „Die Zahlen zeigen deutlich den anhaltenden Aufwärtstrend bei den Immobilienpreisen“, so Rainer Schorr, Geschäftsführer der PRS Family Trust GmbH. „Dabei ziehen sich die Preissteigerungen durch alle Marktsegmente“, so Schorr weiter.

Auf dem Markt für Ein- und Zweifamilienhausgrundstücke (individueller Wohnungsbau offener Bauweise) blieben die Zahl der Verkaufsfälle (+2 Prozent) und der Flächenumsatz (-1 Prozent) konstant, bei gleichzeitig starker Erhöhung des Geldumsatzes (+32 Prozent). Auf dem Markt für Mehrfamilienhausgrundstücke (Wohnungsbau der geschlossenen Bauweise) wurde für 2018 ein leichter Rückgang der Verkäufe (-4 Prozent) und ein starker Rückgang des Flächenumsatzes (-24 Prozent) registriert. Der Geldumsatz stieg dagegen an (+5 Prozent).

Bereits zum 01.01.2019 hat der Gutachterausschuss den Bodenrichtwert für Baugrundstücke beider Kategorien um durchschnittlich 20% angehoben – in den unteren Bodenrichtwertsegmenten sogar um bis zu 45 Prozent. „Berlin braucht dringend mehr Wohnraum, doch es wird immer schwieriger an Baugrundstücke zu gelangen. Da ist es kein Wunder, dass die Preie für Grundstücke mit Baugenehmigung durch die Decke gehen und in der Folge auch die Miet- und Kaufpreise. Hier ist die Politik gefordert, dem Markt zügig unbebaute Grundstücke aus städtischem Besitz günstig zur Verfügung zu stellen, um kostengünstiges Wohnen zu ermöglichen“, fordert Schorr. Auch die Experten vom Gutachterausschuss kommen zu dem Urteil, dass das hohe Preisniveau in zentralen Lagen der Stadt dazu führe, dass auf diesen Grundstücken fast ausschließlich Wohneigentum realisiert wird.

Die Zahl der verkauften Eigentumswohnungen ist indes im vergangenen Jahr zurückgegangen (-12 Prozent) auf 18.850 Einheiten, der Flächenumsatz verringerte sich um zehn Prozent. Zugleich stieg der Geldumsatz um sieben Prozent auf 6,05 Mrd. EUR. Der durchschnittliche Kaufpreis hat zum ersten Mal die 4.000-Euro-Marke überschritten. Der Quadratmeterpreis für eine Neubauwohnung lag sogar bei 5.707 EUR im Mittel, was einem Plus von gut elf Prozent zum Vorjahr entspricht. „Ein Großteil des Preisanstiegs ist den gestiegenen Kosten für Bauland geschuldet aber auch das Bauen an sich verteuerte sich in den zurückliegenden Jahren deutlich. Im zweiten Quartal 2019 lagen die Baukosten 4,7 Prozent über dem Vorjahresquartal“, kommentiert Schorr. „Hier ist auch die Baubranche gefragt durch neue Methoden, wie zum Beispiel dem modularen Bauen, die marktbedingte Steigerung der Baukosten so gering wie möglich zu halten.“

Die Reallöhne in Berlin haben sich im ersten Quartal 2019 um 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal erhöht, das belegen neue, vom Amt für Statistik Berlin-Brandenburg veröffentlichte Zahlen. Damit nahmen die preisbereinigten Bruttomonatsverdienste stärker als noch im 4. Quartal 2018 (1,1 Prozent) zu. Ein Grund für das stärker ausfallende Wachstum ist die gesunkene Inflationsrate. Die Lohnzuwächse verteilen sich unterschiedlich auf die Wirtschaftssektoren: Während im Dienstleistungssektor ein Plus von 1,8 Prozent erzielt wurde, fiel die Steigerung im produzierenden Gewerbe mit 1,0 Prozent etwas geringer aus. Trotzdem liegt das Gehaltsniveau in der Produktion mit durchschnittlich 3.775 Euro pro Monat deutlich über dem des Dienstleistungssektors mit 3.328 Euro.

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