Wohnungsmangel im Berliner Speckgürtel

Berlin, 26.07.2019 – Nicht nur in Berlin auch in seinem Umland mangelt es an Wohnungen. Hohe Mieten und fehlendes Angebot an günstigem Wohnraum haben in den vergangenen Jahren mehr und mehr Berliner veranlasst, in die umliegenden Brandenburger Landkreise zu ziehen. Mittlerweile ist der Zuzug nach Brandenburg so groß, dass er das Geburtendefizit kompensiert und die Bevölkerungszahl der Mark wieder wachsen lässt.

Diese Entwicklung geht nicht spurlos an den Wohnungsmärkten der Umlandgemeinden vorüber. Laut Verbund Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. liegt die durchschnittliche Leerstandsquote im Berliner Umland (BUM) bei 2,4 Prozent, wohingegen sie im weiteren Metropolenraum (wMr) bei 10,4 Prozent rangiert. In gut an den ÖPNV und das Bundesstraßennetz angebundenen Gemeinden, wie Teltow, Falkensee, Hennigsdorf, Bernau, Wildau und Königs Wusterhausen unterschreitet der Leerstand bereits die 2-Prozent-Marke.

Landesgesellschaft soll Projekte und Baugrundstücke entwickeln

Die zunehmende Wohnungsnot hat der brandenburgische Finanzsenator der LINKEN nun zum Anlass genommen, die Gründung einer eigenen Landesfirma für den Wohnungsbau im Berliner Speckgürtel zu fordern und ein entsprechendes Kurzkonzept vorgelegt. Da Investoren und Kommunen nicht genügend Wohnungen bauen, um den Bedarf zu decken, solle dies eine landeseigene Wohnungsbau- und Strukturgesellschaft übernehmen.

„Wichtig ist, dass in Brandenburg nicht die gleichen Fehler begangenen werden wie in Berlin. Zu lange hat man dort gewartet, um den Neubau von Wohnungen zu anzuregen.“, sagt Rainer Schorr, Geschäftsführer der PRS Family Trust GmbH. „Es ist notwendig, früh die Zeichen für eine Anspannung auf dem Wohnungsmarkt zu erkennen, um aktiv gegensteuern zu können. Die Aktivierung von Grundstücksflächen für Wohnquartiere ist definitiv ein Schritt in die richtige Richtung. Das entlastet dann auch den Berliner Wohnungsmarkt und schafft die Infrastruktur“.

Die Politik sollte jedoch nicht den Fehler begehen und reine Sozialwohnsielungen am Stadtrand errichten. „Das ist in den 60er und 70er Jahren schon einmal schiefgegangen. Vielmehr muss es der Anspruch sein, sowohl sozial als auch funktional durchmischte Quartiere zu schaffen. Denn es sind vor allem Familien mit Kindern und ältere Menschen mit guten Einkommen, die ins Umland ziehen.“ sagt Schorr. „Dafür ist eine Kooperation von öffentlichen und privaten Akteuren sinnvoll.“

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