Berlin verfehlt selbstgesteckte Ziele beim Wohnungsneubau

Berlin, 02.08.2019 – Berlin wird sein selbstgestecktes Ziel, 30.000 landeseigene Wohnungen bis zum Ende der Legislaturperiode Ende 2021 zu errichten, nicht erreichen. So berichtete die Berliner Morgenpost, dass nach aktuellen Schätzungen wohl maximal 26.000 Einheiten fertiggestellt werden – der Wohnungsneubau geht zu langsam voran.

Laut Zahlen des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg unterschreiten die Baufertigstellungen regelmäßig die Marke der 20.000 benötigten Wohnungen jährlich, die sich aus der Bevölkerungsprognose für 2030 der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ergeben. Da Berlin sogar schneller wächst als angenommen, sah sich der Regierende Bürgermeister Müller gezwungen, den Beschluss des Landesentwicklungsplans Wohnen (StEP Wohnen) zu stoppen, weil ihm das ausgewiesene Ziel von 200.000 Wohnungen bis 2030 als zu gering erschien. Die SPD fordert eine Zielvorgabe von 300.000 Wohnungen. „Die Landesregierung sollte ihren Streit zum Stadtentwicklungsplan Wohnen beilegen und schnellstmöglich die Voraussetzungen für Wohnungsneubau schaffen“, so Rainer Schorr, Geschäftsführer der PRS Family Trust GmbH.

Die Preise für baureifes Land gehen durch die Decke

Während die Koalition mit der Auseinandersetzung über den Weg zu mehr Wohnungen wertvolle Zeit verliert, steigen die Preise für baureifes Land im Rekordtempo weiter. 2018 lag der Durchschnittspreis bei rund 1.175 EUR je Quadratmeter und damit 30 Prozent über dem Vorjahreswert. In der Zehnjahresbetrachtung ergibt sich ein Preiszuwachs von rund 330 Prozent. „In zentralen Bezirken, wie Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte, liegt der Mittelwert für baureifes Land deutlich jenseits der 4.000 EUR je Quadratmeter. Wie soll da Wohnraum zu sozial verträglichen Mieten gebaut werden“, sagt Schorr.

Der Preisabstand zwischen baureifem Land und Rohbauland vergrößert sich

Während 2008 die Preisdifferenz zwischen Rohbauland und baureifem Land noch bei 210 EUR lag, hat sich der Abstand 2018 auf 1.066 EUR erhöht. „Es hilft der beste Stadtentwicklungsplan nichts, wenn nicht genügend Grundstücke für den Neubau ausgewiesen werden. Die private Bauwirtschaft sucht händeringend nach Grundstücken, besonders für großvolumige Bauprojekte mit 50 Wohnungen und mehr. Hier sind der Bund und das Land Berlin gefragt, Bauland im öffentlichen Besitz auch privaten Bauträgern zur Verfügung zu stellen. Nur so kann zügig der benötigte Wohnraum geschaffen und damit das Gleichgewicht im Markt wiederhergestellt werden“, so Schorr.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Buy now