Verfügbarkeit von Bauland bleibt das Nadelöhr

Berlin, 22. August 2019 – Die Zahl der genehmigten Wohnungen in Berlin ist im ersten Halbjahr 2019 um 2,2 Prozent bzw. um 260 Einheiten rückläufig im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Damit erteilte die Bauaufsichtsbehörde die Genehmigung für den Bau von 11.346 Wohnungen. Der Großteil davon entsteht in neuen Mehrfamilienhäusern (72 %). Den häufig erhobenen Vorwurf, es würden nur noch Eigentumswohnungen gebaut, können die Zahlen des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg nicht bestätigen. Lediglich jede fünfte Wohnung soll für den Einzelvertrieb errichtet werden.

Trotz der verstärkten Anstrengungen des Landes Berlin mehr Wohnraum durch die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften zu schaffen, stagniert die Zahl der durch sie beantragten Baugenehmigungen mit einem Plus von 1,5 Prozent zum Vorjahr nahezu. Bei den Baufertigstellungen liest sich die Bilanz von DEGEWO, HOWOGE und Co. jedoch sehr positiv. Wurde 2014 nur jede 50. Wohnung durch eine der landeseigenen Gesellschaften fertiggestellt, war es 2018 bereits jede 4. „Jedoch leistet die private Bauwirtschaft mit 75 Prozent der fertiggestellten Wohnungen einen wesentlichen Beitrag zum Abbau des Wohnraummangels in Berlin“, sagt Rainer Schorr, Geschäftsführer der PRS Family Trust GmbH. „Private Entwickler würden auch noch mehr bauen, wenn die entsprechenden Grundstücke zur Verfügung stünden. Deshalb begrüße ich es ausdrücklich, dass die Bundesregierung jetzt in ihrem neuen Wohnpaket die Mobilisierung von Bauland forcieren und Mittel zur Umnutzung von Brachflächen bereitstellen will.“ Denn die Preisexplosion bei Baugrundstücken stellt nicht nur in Berlin einen der größten Kostentreiber im Wohnungsbau dar. „Eine Erhöhung des Angebots an preisgünstigen Grundstücken ist der richtige Weg, um kostengünstige Mietwohnungen zu schaffen und die angespannte Marktsituation vor allem in den Ballungsgebieten zu verbessern“, so Schorr weiter.

Die Lösung zur Verringerung des Wohnungsmangels in den Großstädten liegt aber auch in den Umlandgemeinden. „Die Entscheidung der Bundesregierung auf die Handlungsempfehlung der Baulandkommission einzugehen und die Außengebietsentwicklung im ländlichen Raum zu erleichtern sowie die Baugebietskategorie ‚Dörfliches Wohngebiet‘ einzuführen, halte ich durchaus für zielführend, denn bereits jetzt zieht es jährlich über 30.000 Berlinerinnen und Berliner nach Brandenburg und auch hier wird der Wohnraum langsam knapp.“ Gemäß dem Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. (BBU) lag die Leerstandsquote im Berliner Umland 2018 bei 2,4 Prozent, zehn Jahre zuvor war der Wert noch doppelt so hoch. In einigen Umlandgemeinden wie Kleinmachnow, Wildau und Bernau wurde bereits die Ein-Prozent-Marke unterschritten. „Um dem zu erwartenden, anhaltenden Zuzug aus Berlin ein adäquates Angebot gegenüberzustellen, muss auch in Brandenburg gezielt der Wohnungsneubau forciert werden“, resümiert Schorr.

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