Wohnungsmarkt Brandenburg läuft sich warm

Bernau, Oranienburg, Velten, Teltow, Großbeeren, Wildau, Ludwigsfelde – vor zehn Jahren haben diese Namen offenbar noch Fragezeichen in den Augen von Investoren hervorgerufen. Mittlerweile boomt der Berliner Speckgürtel. Rund eine Million Menschen wohnen in den an Berlin angrenzenden Gemeinden – Tendenz steigend. Aber auch die Städte der sogenannten zweiten Reihe mit guter Anbindung an die Hauptstadt entwickeln sich entgegen der Prognosen der vergangenen Jahre prächtig. Der Brandenburger Immobilienmarkt läuft sich langsam warm, in vielen Städten ist der Wohnraum bereits knapp.

Für viele Investoren macht das den Gang ins Umland attraktiv. Auf der Suche nach geeigneten Grundstücken werden sie immer häufiger bei der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben fündig. Laut Anfrage einer Bundestagsabgeordneten beim Bundesfinanzministerium hat die Bima im ersten Halbjahr 2019 insgesamt 96 brandenburgische Objekte veräußert. Mit 87 Liegenschaften ging der Großteil an private Käufer und nur neun wurden von Gebietskörperschaften erworben. Dies verdeutlicht zweierlei: Zum einen kommt deutlich Bewegung in den Brandenburgischen Immobilienmarkt, der mittlerweile stark von der knappen Angebotssituation und der Anspannung auf dem Berliner Wohnungsmarkt profitiert und auch in Zukunft Nutznießer sein wird. Denn in Berlin steht keine Verbesserung der Versorgungslage in Aussicht. Im gesamten Jahr 2018 hat die Bima hier lediglich 34 Grundstücke veräußert. Die Baugenehmigungs- und Baufertigstellungszahlen scheinen bereits am Höhepunkt angelangt zu sein und es ist nicht davon auszugehen, dass das Bauvolumen mittelfristig ausreicht, um den aus anhaltendem Zuzug sowie bereits bestehendem Wohnungsdefizit bestehenden Nachfrageüberhang auszugleichen.

Zum zweiten kann der Wohnungsbau ohne die private Bauwirtschaft seiner Versorgungsfunktion nicht ansatzweise nachkommen. Lediglich 18 Prozent aller Neubauwohnungen in Berlin und nur drei Prozent in Brandenburg werden durch öffentliche Bauherren erstellt. „Deswegen ist es auch sinnvoll, dass sich die Bima über die Forderung mancher Politiker hinwegsetzt, Grundstücke im öffentlichen Besitz ausschließlich an öffentliche Bauherren zu vergeben,“ sagt Rainer Schorr, Geschäftsführer der PRS Family Trust GmbH. „denn wir brauchen zügig neuen Wohnraum. Die Brandenburger Gemeinden haben den Zuzug als Chance für sich erkannt. Sie wissen, dass es, um diese Chance zu nutzen, eines angemessenen Wohnungsangebotes bedarf, und dass dieses nur in Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft bereitzustellen ist.“

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