Brandenburger Gemeinden im Südosten werden von BER-Eröffnung profitieren

2006 rollten die ersten Bagger, 13 Jahre später ist das Prestigeprojekt der Hauptstadt, der Berliner Großflughafen BER, zwar noch nicht fertig, aber das Ende der Bauarbeiten ist in Sicht. Ende 2020 soll die Eröffnung stattfinden. Die Inbetriebnahme wird gleichzeitig der Startschuss für die Vermarktung Grundstücke rund um den Flughafen sein. Etwa 400.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche können in den drei geplanten Quartieren „Aitport City“, „Midfield Gardens“ und „Airgate“ realisiert werden. Büros, Coworking-Spaces, Kongress-Zentren, Gastronomie und Hotels sieht die derzeitige Planung vor. Wohnnutzung ist grundsätzlich ausgeschlossen, jedoch ist Wohnen auf Zeit laut Betreibergesellschaft Flughafen Berlin Brandenburg (FBB), die auch die Grundstücke vermarkten wird, denkbar.

„Das wird ein lukratives Geschäft für die FBB werden“, sagt Rainer Schorr, Geschäftsführer der PRS Family Trust GmbH. „Denn in den vergangenen Jahren sind die Immobilienpreise in Berlin und zuletzt auch im Land Brandenburg enorm angestiegen.“ Der Preis für gewerblich genutzte Grundstücke hat sich laut Gutachterausschuss für Grundstückswerte in Brandenburg seit 2009 fast vervierfacht, jedoch auf noch recht niedrigem Niveau von 11 auf 43 Euro je Quadratmeter. In der Gemeinde Schönefeld, die Standort des BER ist, liegt der Bodenrichtwert für Gewerbebauland in der Spitze bereits bei 500 Euro je Quadratmeter.

„Es wird erwartet, dass sich im Zuge der Eröffnung des Flughafens BER bis 2030 insgesamt 40.000 neue Bewohner in der Region ansiedeln und 85.000 zusätzliche Beschäftigte angestellt werden. Die große Nachfrage, die dadurch entsteht, wird auch den Wohnungsmarkt stimulieren“, sagt Schorr. Bereits zwischen 2013 und 2018 hat sich die Einwohnerzahl von Schönefeld um 12,5 Prozent auf 15.472 Personen erhöht. Im Zuge dessen haben die Bodenwerte für Wohnbauland in den vergangenen Jahren einen enormen Sprung gemacht. Besonders die Vermarktung ganzer Wohngebiete ließ die Preise steigen.

Die hohe Bautätigkeit ist einerseits auf die Erwartungen zur Eröffnung des Flughafen BER zurückzuführen, aber auch der bereits bestehende, hohe Zuzug aus Berlin führte in den zurückliegenden Jahren zu einem deutlichen Anstieg der Wohnraumnachfrage in Schönefeld. Es ist davon auszugehen, dass sich diese Dynamik in den kommenden Jahren noch steigern und die umliegenden Gemeinden erfassen wird. „Der bereits bestehende und noch zusätzlich entstehende Bedarf wird nur durch massiven Neubau gedeckt werden können und dies ist nur durch einen Schulterschluss von Gemeinden, kommunalen Wohnungsbaugesellschaften und privaten Investoren zu stemmen“, sagt Schorr.

Neben adäquatem Wohnraum ist laut bulwiengesa-Studie zum Wohnen im BER-Umfeld der Erhalt und Ausbau der Infrastrukturangebote für eine nachhaltige Entwicklung des Standortes von hoher Bedeutung. So stellt eine Anbindung an eine S-Bahn oder Regionalbahn für viele Nachfrager eine wichtige Grundvoraussetzung für einen Zuzug in eine Gemeinde im Berliner Umland dar. Neben der verkehrlichen sollte gemäß Studie auch der Ausbau der sozialen Infrastruktur forciert werden, um die Vorteile, die das Umland bei den Betreuungs- und Bildungsangeboten gegenüber der Hauptstadt aufweist, weiter zu stärken.

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