Bald fallen Schatten aufs Elefanten-Haus: Neue Hochhäuser am Zoo und in der CityWest

Kurfürstendamm und Tauentzien sind weltweit gefragte Adressen für Modelabels, Juweliere, Gastronomen und Hoteliers. Aber auch der Bürostandort CityWest wird immer wichtiger. Eigentümer planen deshalb Aufwertung, Abriss und Neubau auf ihren Grundstücken. „Das Baugeschehen ist vielfältig und zunehmend werden auch Hochhäuser geplant und gebaut“, sagt Rainer Schorr, Geschäftsführer der PRS Family Trust GmbH. Vorreiter sind das bereits 2013 eröffnete Hotel Waldorf Astoria an der Hardenbergstraße und das benachbarte Upper West des Architekten Christoph Langhof, das mit seiner schwungvollen Fassade als neues Wahrzeichen der CityWest gilt. In dem 118 Meter hohen Turm an der Kantstraße sowie im 37 Meter hohen Riegelgebäude am Breitscheidplatz stehen den neuen Nutzern rund 53.000 Quadratmeter zur Verfügung. Davon entfallen 25.500 Quadratmeter auf Büro- und 5.500 Quadratmeter auf Einzelhandelsflächen. Hinzu kommt eine 1.000 Quadratmeter große Skybar im obersten, dem 33. Stockwerk.

Und auch am KaDeWe wird gebaut, die Signa Holding GmbH um René Benko hat das Parkhaus an der Passauer Straße abreißen lassen. So soll Platz für Neubauten geschaffen werden. Bislang war ein Übergang zum Kaufhaus möglich. Auf dem Gelände sind zwei neue Gebäude vorgesehen, eines davon wird ein Hochhaus mit elf Geschossen. Büros und Geschäfte sollen einziehen.

Noch wenig Zustimmung für viele Pläne

Signa plant, auch das Karstadt-Haus am Kurfürstendamm 231, ein Bau aus den 70er-Jahren, abzureißen. Das Unternehmen um den Österreicher Benko, dem auch angrenzende Gebäude gehören, möchte drei Hochhäuser auf dem Areal zwischen Kurfürstendamm, Augsburger Straße und Rankestraße errichten. Sie sollen für Büros, Hotel, Handel, Fitness- und Kulturangebote genutzt werden. Auch Wohnungen sind vorgesehen. Doch diese Pläne liegen vorerst auf Eis. Ende 2018 lehnte das Baukollegium unter Senatsbaudirektorin Lüscher das Hochhausprojekt ab.

Noch ein ambitionierter Entwurf ist das von der AG City initiierte Hochhausprojekt auf dem Hardenbergplatz. Nach Plänen von Christoph Langhof soll auf der Verkehrsfläche zwischen Zoo und Bahnhof ein 209 Meter hoher Wolkenkratzer entstehen. Neben Büros, einem Hotel, Wohnungen und zwei Aussichtsterrassen schlägt Langhof auch „Co-Working Spaces“ vor, die Start-Up-Firmen gemeinsam nutzen könnten. Neu ist auch sein Vorschlag, ganz oben eine Windkraftanlage zu installieren, die mit horizontalen statt vertikalen Flügeln wie bei Windrädern in die Fassade integriert werden könnte. Außerdem will er in jedes Fassadenelement Solarmodule einbauen. Das Ziel sei ein „energieneutrales Hochhaus“. Darüber hinaus plant er Landeräume für Drohnen – damit der Turm auf dem Luftweg beliefert werden kann.

„Der Turm auf dem Hardenbergplatz muss wohl noch einige Jahre warten“, sagt Rainer Schorr. „Allerdings reift auch bei den politischen Entscheidern die Erkenntnis, dass wir in der CityWest eine höhere Dichte benötigen, um die Innenstadt dauerhaft attraktiv zu halten und eine hinreichende Grundlage, zum Beispiel für den stationären Einzelhandel, zu schaffen.“

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