Bevölkerungs­wachstum in Brandenburg verlangt Wohnungsbau in großem Maßstab

Neue Hochhäuser für Potsdam – dies wird in der brandenburgischen Landeshauptstadt aktuell heiß diskutiert. Angesichts des rasanten Bevölkerungsanstiegs der vergangenen Jahre und einer Leerstandsquote von unter drei Prozent werden wieder die Möglichkeiten ausgelotet, in die Höhe zu bauen, um ausreichend Wohnraum für die Bewohner bereitzustellen. Eigentlich nichts Neues in Potsdam, wurden doch zwischen 1969 und 2001 bereits 48 Hochhäuser errichtet. Doch seither hat sich in diesem Bausegment nichts mehr getan. Mittlerweile ist der Druck auf dem Wohnungsmarkt jedoch so stark angestiegen, dass große Lösungen gefordert sind. In einer bereits dicht bebauten Stadt wie Potsdam können dies Hochhäusern sein.

„Wir sehen aber nicht nur einen starken Zuzug nach Potsdam. Im gesamten Berliner Speckgürtel steigt die Zahl der Einwohner rapide an, die Leerstandsquoten liegen im niedrigen einstelligen Bereich und das Angebot an frei verfügbarem Wohnraum ist sehr gering“, sagt Rainer Schorr, Geschäftsführer der PRS Family Trust GmbH. Kommunen, Investoren und Bauwirtschaft haben diesen Mangel längst erkannt und fahren den Wohnungsbau massiv nach oben. Die Zahl der Baufertigstellungen in Brandenburg hat 2018 das höchste Niveau seit 2003 erreicht. Die großen Lösungen sind auch außerhalb der Landeshauptstadt angekommen und notwendig geworden: Ob Beelitz, Ludwigsfelde, Königs Wusterhausen, Zossen, Schulzendorf, Schönefeld, Bestensee oder Bernau, vielerorts sind große Wohnprojekte mit über 100 Wohneinheiten, ja sogar mit bis zu 1.000 Wohneinheiten, in Planung oder bereits im Bau. Häufig handelt es sich um Wohneigentumsprojekte, also Einfamilien- und Reihenhäuser oder Eigentumswohnungen. „Für viele Menschen ist der Kauf von Wohneigentum in der Hauptstadt nicht mehr erschwinglich und sie suchen alternative Standorte im Umland“, so Schorr. Im ersten Halbjahr 2019 erreichte der erzielte Preis für Neubaueigentumswohnungen in Berlin mit 5.923 Euro je Quadratmeter beinahe die 6.000-Euro-Marke – im Berliner Umland lag der Wert mit 4.011 Euro ein Drittel darunter.

„Die brandenburgischen Kommunen begreifen den Zuzug aus der Hauptstadt als Chance – Chance auf eine stabile Gemeinschaft, Chance auf Arbeitskräfte, Chance auf Steuereinnahmen. Anders als in Berlin trifft man in den brandenburgischen Behörden und Gemeinden bei der Planung einer Projektentwicklung auf viel Unterstützung und konstruktive Vorschläge. Der Wille zum Bauen und das Wissen darum, welche positiven Effekte davon ausgehen können, ist stark ausgeprägt“, so Schorr. Die durchschnittliche Abwicklungsdauer von Bauprojekten von der Genehmigung bis zur Fertigstellung vollzieht sich in Brandenburg etwas schneller als in Berlin, was sicherlich der höheren Komplexität der Entwicklungen in der Hauptstadt geschuldet ist. Bei Einfamilienhäusern beträgt die Differenz vier Monate, bei Mehrfamilienhäusern mit einem Unterschied von elf Monaten fast ein gesamtes Jahr. Dadurch ergibt sich in Brandenburg ein offenkundiger Zeitvorteil bei der Reaktion auf einen steigenden Zuzug gegenüber Berlin. Für Projektentwickler bedeutet eine schnelle Realisierung zudem geringere Baukosten, die sich dann in geringeren Miet- und Kaufpreisen widerspiegeln.

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