Berlins Strahlkraft gereicht Brandenburg zum Vorteil

Die deutsche Hauptstadt führt erstmals das in Zusammenarbeit von IW Köln, ImmobilienScout24 und der WirtschaftsWoche erstellte Städteranking 2019 in Sachen Dynamik an. Von 71 untersuchten kreisfreien Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern weist Berlin den höchsten Indexwert auf. In die Betrachtung eingeflossen sind 36 Indikatoren. Besonders punkten konnte die Spreemetropole mit ihrem starken Bevölkerungswachstum, der lebendigen Start-up-Szene, der hohen Studierendenzahl und der großen Anzahl an Innovationszentren.

Aufschwung dank starkem Dienstleistungssektor

„Berlin hat die Kurve gekriegt und entwickelt sich seit einigen Jahren sehr positiv. Die Beschäftigungssituation hat sich deutlich verbessert, die Löhne sind gestiegen, ebenso wie die Steuereinnahmen – ein Haushaltsüberschuss ermöglicht sogar das Abtragen des Schuldenbergs“, sagt Rainer Schorr, Geschäftsführer der PRS Family Trust GmbH. Maßgeblich verantwortlich für den Aufschwung ist die diversifizierte Wirtschaftsstruktur. Insbesondere die Bereiche Information und Kommunikation, Finanz- und Versicherungsdienstleistung, das Gastgewerbe und die Start-up-Szene wiesen in den zurückliegenden Jahren überdurchschnittliche Wachstumsquoten auf und sorgen dafür, dass sich die Berliner Wirtschaft angesichts des bevorstehenden Brexit und internationaler Handelskonflikte robust zeigt. „Doch es besteht auch Grund zur Warnung: Mit ihrer zuweilen investorenfeindlichen Haltung gegenüber Gewerbeprojekten, wie beispielsweise beim Amazon-Tower, dem XBerg Tower oder dem Karstadt-Neubau in Neukölln, gefährdet die Landesregierung den Erfolg“, so Schorr.

Angebotsmangel führt zu Abwanderung ins Umland

Nutznießer von Berlins Strahlkraft und dem gleichzeitigen Unvermögen der Behörden, für ein adäquates Angebot an Wohn- und Büroraum Sorge zu tragen, ist das Umland. Denn viele Unternehmen wollen nach Berlin kommen, um vom kreativen Flair, aber vor allem vom vielversprechenden Arbeitskräftepotential zu profitieren. Da es jedoch immer schwieriger wird, zentral gelegene Gewerbeflächen zu finden, der Neubau nur schleppend vorankommt und die Büromieten ein hohes Niveau erreicht haben, bieten sich dezentrale Lagen immer häufiger als Alternative an. Ob eBay in Dreilinden, die Allianz in Adlershof, der US Batteriehersteller Microvast in Ludwigsfelde oder zuletzt Elektro-Auto-Pionier Tesla in Grünheide – für viele Unternehmen mit erhöhtem Flächenbedarf fällt die Standortwahl auf den Berliner Stadtrand und das Umland. Der Trend zur Suburbanisierung im Gewerbebereich ist vergleichbar mit der sich bereits seit einigen Jahren vollziehenden Entwicklung am Wohnungsmarkt. Auch hier bewirkten ein zu geringes Angebot sowie steigende Miet- und Kaufpreise das Ausweichen auf das Umland.

Investitionschancen im Speckgürtel

Die Gemeinden am Stadtrand frohlocken. Nach deutlichen Einwohnergewinnen folgen jetzt die Unternehmen – das lässt Steuereinnahmen sprudeln. Investoren erkennen ebenfalls ihre Chance. Denn auch am Stadtrand sind die Wohnraumreserven bereits aufgebraucht, die Leerstände größtenteils abgebaut. Neubau muss her. „Die Zusammenarbeit mit den brandenburgischen Kommunen bei der Entwicklung von Neubauprojekten verläuft partnerschaftlich und lösungsorientiert. Projekte können so zügig abgewickelt werden“, sagt Schorr. „Für Bauträger und Projektentwickler bedeutet dies eine hohe Planungssicherheit, für die Kommunen eine zügige Bereitstellung von benötigtem Wohn- und Gewerberaum“.

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