Noch nicht gebaut – und schon vermietet/ Büroflächen­nachfrage in Berlin wächst

Berlin, 06.12.2019 – Deutschlands Büromärkte entwickeln sich weiter dynamisch. Investitionsvolumen und Flächenumsatz nahmen im Vergleich zum Vorjahr zu und das Mietniveau trotzt den sich eintrübenden wirtschaftlichen Aussichten. „Das hohe Investitionsvolumen am deutschen Büromarkt korreliert mit einer stark gestiegenen Büroraum-Nachfrage“, sagt Rainer Schorr, Geschäftsführer der PRS Family Trust GmbH. „Weitere Faktoren, wie die anhaltende Urbanisierung und die Attraktivität von Großstädten für Young Professionals, verstärken dort die Nachfrage nach Wohnungen und Büroflächen.“

In Berlin beispielsweise ist die Leerstandsquote mit 1,6 Prozent deutlich unter die Fluktuationsreserve von 3,0 Prozent. „Auch weil Berlin als stark diversifizierter Dienstleistungsstandort von den ökonomischen Risiken des Außenhandels eher marginal betroffen ist, boomt die Stadt“, sagt Rainer Schorr. Das bestätigen die Vermietungsmeldungen aus dem dritten Quartal. Eine Studie der BNP Paribas RE berichtet etwa über einen Büroflächenumsatz von 726.000 Quadratmetern, ein Plus von 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Die Vereinbarkeit der Umsatzmeldung mit der vermeintlich widersprüchlichen Leerstandsquote wird bei näherem Hinsehen deutlich“, sagt Rainer Schorr. „Den Umsatz generieren vor allem Verträge mit Großabschlüssen ab 5.000 Quadratmetern für noch nicht fertiggestellte Flächen.“ Projektanmietungen machten mittlerweile den Löwenanteil am Flächenumsatz aus. Die Vorvermietungsquote könne man also als Symptom eines anhaltend angespannten Büromarktes sehen. Treibende Kraft ist die Preisentwicklung. Moderne Flächen für unter 20 Euro pro Quadratmeter sind laut BNP Paribas nur noch in Nebenlagen erhältlich.

„Wer heute eine Bürofläche in Berlin sucht, kommt zwei Jahre zu spät. Von den Vermietungspreisen in der Stadt lassen sich ganz klar Ausweichtendenzen an den Stadtrand und ins Umland ableiten“, sagt Rainer Schorr. „Dort ist Bauland günstiger und leichter zu bebauen. Wir sehen das zum Beispiel bei der Allianz in Adlershof oder Ebay in Dreilinden. Standorte in Randlagen sind jedoch auch für andere Gewerbe interessant. So sitzt Amazon in Schönefeld, und Tesla will in Grünheide bauen.“

Brandenburgische Gemeinden profitieren vom Zuzug. Ihre Attraktivität als Standorte ziehen immer mehr Arbeitgeber an; und die Arbeitnehmer folgen ihnen. Bevölkerungszuwächse treffen zuweilen noch auf eine mangelhafte Versorgungssituation. Hier liegt besonders Potential für Investoren für Neubauprojekte, denn die Mieten und Grundstückspreise steigen auch im Umland.

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