Rekorde am Berliner Immobilienmarkt

Ob Wirtschaft, Arbeitslosigkeit, Bevölkerungsentwicklung, Steuereinnahmen – in allen volkswirtschaftlich relevanten Bereichen weist die deutsche Hauptstadt für die vergangenen Jahre eine Entwicklung auf, die deutlich über dem gesamtdeutschen Positivtrend liegt. „Berlins unglaubliche Vitalität schlägt auch auf den hiesigen Immobilienmarkt durch. Jahr für Jahr werden neue Rekorde aufgestellt“, sagt Rainer Schorr, Geschäftsführer der PRS Family Trust GmbH. Für 2019 gibt es bereits die ersten Meldungen: So konnte mit gut 12 Milliarden Euro der bisher höchste Investitionsumsatz auf dem Gewerbeimmobilienmarkt erzielt werden. Das berichten übereinstimmend die großen Immobilienberater und -dienstleister Colliers und BNPPRE. Damit wurden beeindruckende 70 Prozent mehr mit dem Verkauf von Büros, Läden, Hotels und Lager umgesetzt als noch im Vorjahr. Auch die Zahl der Deals hat sich mit einem Plus von 42 Prozent deutlich erhöht.

Zugpferd Büromarkt

Fast zwei Drittel der Investitionen entfielen 2019 auf den Bürosektor. Das hohe Bevölkerungswachstum, die starke Konjunktur und der enorme Zuwachs an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten hat die Nachfrage nach Büroflächen enorm steigen lassen. Mittlerweile sorgt das angestiegene Bauvolumen zwar auch für ein größeres Produktangebot, was laut Immobiliendienstleister Angermann zu einem Flächenumsatz von 1 Million Quadratmeter und damit dem nächsten Rekord geführt hat. Dass damit der bestehende Nachfrageüberhang längst nicht abgebaut ist, zeigt sich jedoch im weiter sinkenden Leerstand.1,2 Prozent beträgt die Quote und unterschreitet die gemeinhin für einen funktionieren Markt definierte Fluktuationsreserve von drei bis fünf Prozent. Zudem drückt sich die anhaltende Nachfrage im hohen Anteil an Forward Deals und hohen Vorvermietungsquoten aus. So sind Projekte innerhalb des S-Bahn-Rings mit einer geplanten Fertigstellung bis 2022 bereits alle vermietet oder stehen kurz vor dem Abschluss. Wo Angebotsmangel auf großen Bedarf trifft, bleibt das Preisniveau nicht unberührt. Mit einem Satz von 21,80 auf 26,90 Euro je Quadratmeter erhöhte sich die Durchschnittsmiete um nahezu 25 Prozent. Die Spitzenmiete weist mit einem Wachstum von knapp elf Prozent auf 39,00 Euro je Quadratmeter ebenfalls eine hohe Dynamik auf. Bei diesen Mietpreisaussichten sind Investoren bereit, Quadratmeterpreise von 10.000 Euro und mehr sogar außerhalb der Bestlagen zu bezahlen.

Ausstrahlungseffekte auf den Stadtrand

„Viele Unternehmen sind auf den Arbeitskräftepool Berlins angewiesen, ziehen wegen des ungenügenden Angebots und hohen Preisniveaus im Zentrum jedoch vermehrt Standorte am Stadtrand in Betracht“, sagt Rainer Schorr. „Dort kann man noch zu moderaten Preisen mieten oder kaufen und aufgrund der gestiegenen Wohnkosten, ziehen auch immer mehr Familien hierhin. Wo früher ein dezentraler Standort noch ein Ausschlusskriterium war, ist es heute sowohl für Käufer, Mieter als auch Investoren eine attraktive Alternative.“

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