Eine Million Menschen im Berliner Umland

Im Gegensatz zu Städten wie Hamburg, München oder Frankfurt weist das Berliner Umland noch viel Potenzial für eine weitere Entwicklung auf, denn 40 Jahre deutsche Teilung haben das Zusammenwachsen der deutschen Hauptstadt mit seinen Nachbargemeinden lange Zeit verhindert. Der erhoffte und auch prognostizierte Boom nach der Wiedervereinigung blieb aus, die Bevölkerungszahl in der Region sank zunächst sogar. Jetzt, 30 Jahre später, ist das Bild ein komplett anderes: Berlin hat sich zum Hort der Kreativindustrie entwickelt und zieht seit Jahren gut ausgebildete, junge, innovative Köpfe an. Diesem Ansturm wird der Wohnungsmarkt nur bedingt gerecht: Die Fertigstellungszahlen stagnieren, die Zahl der Baugenehmigungen sinkt sogar. In Folge der angespannten Versorgungssituation haben sich die Suburbanisierungstendenzen nun deutlich verstärkt. Viele finden mittlerweile ihr bezahlbares neues Zuhause in einer Gemeinde am Stadtrand.

Eine Million Einwohner im Umland

Das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg meldet nun, dass die Einwohnerzahl im sogenannten Berliner Umland – bestehend aus 51 Gemeinden im direkten Einzugsgebiet Berlins – zum Ende des Jahres 2019 erstmals die Eine-Million-Marke überschreitet. Monatlich wuchs das Umland um rund eintausend Personen an. Der hohe Zuzug hat dazu geführt, dass die Leerstände vielerorts unter die Fluktuationsreserve von drei Prozent gesunken sind. Im Gegensatz zu Berlin zog die Zahl der Baufertigstellungen in Brandenburg weiterhin an. Die große Flächenverfügbarkeit bietet viel Potenzial für weitere Wohnprojekte. „Obwohl auch in Brandenburg, insbesondere im Berliner Umland, die Preise für Bauland stark angestiegen sind, lassen sich hier Projekte zu erschwinglichen Miet- und Kaufpreisen realisieren, wodurch eine sehr große Zielgruppe angesprochen werden kann“, sagt Rainer Schorr, Geschäftsführer der PRS Family Trust GmbH.

Positive Aussichten für Brandenburg

Entgegen dem bundesweiten Trend zeigt sich die Wirtschaft im Großraum Berlin-Brandenburg unbeeindruckt von internationalen Handelskonflikten und Brexit. In ihrer Konjunkturprognose 2020 beziffert die Investitionsbank Berlin den Anstieg des Bruttoinlandsproduktes für Berlin auf 2,2 Prozent. Dabei profitiert die Bundeshauptstadt in hohem Maße von ihrer wirtschaftsstrukturellen Ausrichtung, mit der Konzentration von Dienstleistungsunternehmen und Start-ups, aber auch von der starken Binnennachfrage im Industriesektor. Die Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg erwarten für Brandenburg ebenfalls ein erfolgreiches Jahr und ein Wachstum von 0,9 Prozent. Besondere Effekte werden von der Eröffnung des Flughafens BER und dem Bau der ersten europäischen Gigafabrik des US-amerikanischen Elektroauto-Herstellers Tesla in Grünheide erwartet. Auch der Immobilienmarkt wird davon profitieren. Bereits jetzt häufen sich die Anfragen für Grundstücke in der Umgebung. Zusammen mit den vielen geplanten Gewerbeentwicklungen rund um den BER und den dadurch entstehenden Arbeitsplätzen schickt sich der Südosten Berlins an, die neue Boomregion zu werden.

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