Rekord am Berliner Büromarkt

Berlin stellt einen neuen Rekordwert am Bürovermietungsmarkt und überspringt erstmals die Hürde von 1 Million Quadratmetern. Wie die Researcher von Savills und BNP Paribas Real Estate festhalten, wurden 2019 in der Bundeshauptstadt 1.042.700 Quadratmeter (Savills) beziehungsweise 1.016.000 Quadratmeter umgesetzt. Der Leerstand hat sich trotz deutlicher Ausweitung der Bauaktivitäten weiter verringert. Grund dafür sind die hohe Vorvermietungsquote und eine Vielzahl an Projekten, die zur Selbstnutzung errichtet werden. Mit 1,5 Prozent Leerstandsquote wird die Fluktuationsreserve deutlich unterschritten. Das bedeutet: Der Markt ist de facto leergefegt. „Die dynamische, wirtschaftliche Entwicklung der auf Dienstleistung ausgerichteten Berliner Wirtschaft und das enorme Bevölkerungswachstum der vergangenen Jahre hat die Büroflächennachfrage stark steigen lassen“, sagt Rainer Schorr, Geschäftsführer der PRS Family Trust GmbH. Die Zahl der Erwerbstätigen hat 2019 um 2,5 Prozent bzw. knapp 50.000 Personen auf 2.066.000 zugenommen – der mit Abstand höchste Wert in ganz Deutschland.

Ausweichbewegungen auf Stadtrandlagen

Im Zuge der anhaltenden Angebotsknappheit haben sich die Mietpreise beträchtlich erhöht. Die Spitzenmiete legte mit einem Plus von 4,00 Euro um gut zehn Prozent auf 40,00 Euro je Quadratmeter zu, womit Berlin erstmals München überholt hat und nun auf Platz zwei hinter Frankfurt am Main (45,00 EUR/m²) rangiert. Die Durchschnittsmiete macht einen noch gewaltigeren Sprung um knapp 20 Prozent – getrieben durch einen hohen Anteil an Vermietungen in Neubauprojekten – auf 26,40 Euro je Quadratmeter und hält damit seine Spitzenposition in Deutschland. „Aufgrund des geringen Angebots und des deutlich gestiegenen Preisniveaus in den bevorzugten Lagen der Innenstadt weichen preissensible Mieter immer häufiger auf Stadtrandlagen aus. Hier sind der Leerstand und damit auch die Flächenverfügbarkeit noch etwas höher. Der Zustand der Immobilien entspricht jedoch meist nicht den Anforderungen potenzieller Mieter, insbesondere in Bezug auf die Modernität der Ausstattung und der technischen Ausrüstung. Hier ergeben sich vielversprechende Potenziale für Investoren“, so Rainer Schorr.

Weitere Impulse für 2020

Es ist nicht absehbar, dass das Angebot an Büroflächen mittelfristig so stark ausgeweitet wird, dass der Nachfrageüberhang abgebaut werden kann. Dies legt ein anhaltendes Wachstum der Büromieten nahe. Neue Trends wie Co-Working-Spaces, die Eröffnung des BER, der Bau der Siemensstadt 2.0 und des Forschungs- und Industrieparks Tegel und nicht zuletzt die Ansiedlung der Gigafabrik von Tesla versprechen anhaltende Impulse für den Berliner Büromarkt, auch über das Jahr 2020 hinaus. Dabei geht die Entwicklung immer weiter in Richtung Stadtrand und folgt in gewisser Weise den Wanderungsbewegungen der Bevölkerung, die schon seit Jahren vermehrt in dezentrale Lagen und ins Berliner Umland zieht.

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