Hamburg macht es vor: Neubau statt Mietendeckel!

Am 30. Januar beschloss eine Mehrheit aus SPD, Grünen und DIE LINKE die Einführung des Mietendeckels im Berliner Abgeordnetenhaus. Voraussichtlich Ende Februar wird das Gesetz zur Neuregelung gesetzlicher Vorschriften zur Mietenbegrenzung im Amtsblatt veröffentlich werden und damit Rechtskraft erhalten. Dass nicht alle Parteigenossen Fan von Markteingriffen sind, verdeutlichen Aussagen des Hamburger Bürgermeisters Tschentscher (SPD). Er plane keine Einführung eines Mietendeckels in der Hansestadt, da für ihn Neubau das Mittel der Wahl ist, um den Wohnungsmarkt wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Durch Neubau Angebot schaffen

Hamburg hat den Trend der erhöhten Zuwanderung frühzeitig erkannt und zügig die Zahl der Baugenehmigungen und Baufertigstellungen erhöht. Denn nur die Ankurbelung der Bauaktivitäten schafft genügend Angebot, um den rasanten Anstieg der Mietpreise abzudämpfen. So kam es, dass laut Mietspiegel das Mietwachstum in der Hansestadt den vergangenen beiden Jahren unter der Inflationsrate lag. „Hamburg zeigt, wie eine partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Stadt, kommunalen Wohnungsbaugesellschaften und der Privatwirtschaft die angespannte Situation auf dem Wohnungsmarkt entspannen kann“, sagt Rainer Schorr Geschäftsführer der PRS Family Trust GmbH. „Der Mietendeckel mag das Mietniveau für Altbauwohnungen senken. Investoren werden sich jedoch in den Neubau flüchten, was den Wettbewerb um die verbliebenen Baugrundstücke anfachen und letzten Endes zu weiteren Preiserhöhungen führen wird. Wohnen im Neubau wird dadurch wohl eher teurer als billiger werden“, so Schorr.

Investoren weichen nach Brandenburg aus

Alternativ weichen Projektentwickler und Bauträger gleich ins Umland nach Brandenburg aus. Denn hier sind Grundstücke in der Regel deutlich günstiger und man trifft in den Gemeinden auf sehr engagierte und kooperative Mitarbeiter in den Stadtplanungsämtern. Die Baurechtschaffung gestaltet sich vielerorts leichter als in der Bundeshauptstadt. Denn die Gemeinden wissen, dass sie im Wettbewerb um die aus Berlin Wegziehenden stehen – mit steigender Einwohnerzahl winkt auch ein deutliches Plus bei den Steuereinnahmen. Und da gewinnt nur der, der auch ein gutes Angebot an Mietwohnungen und Wohneigentum vorweisen kann. Aber auch die Infrastruktur ist von ausschlaggebender Bedeutung, da viele der neuen Brandenburger weiterhin in Berlin arbeiten. Eine gute Anbindung an Berlin, ob mit Bus, Bahn oder Auto, stellt eines der Hauptentscheidungskriterien dar – neben der sozialen Infrastruktur, wie Schulen, Kindergärten und Ärzten. Dass dies bereits vielerorts vorhanden ist, zeigen die hohen Zuzugszahlen der brandenburgischen Gemeinden. An anderen Stellen ergeben sich diesbezüglich noch Investitionspotenziale, denn die Wohnraumnachfrage ist hoch.

Damit ist das Berliner Umland auf dem besten Weg, ähnlich wie Hamburg, München oder Frankfurt, einen wohlsituierten, ländlichen Gegenentwurf zur Metropole auszubilden. Golfplätze und Reitställe, Seen und Bootsanleger sind hier eh mehr vorhanden.

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