Auch der Berliner Senat steigt ins Grundstücks­geschäft ein

Berlin, 27.02.2020 – Bauland ist knapp in Berlin. Das hat auch das Abgeordnetenhaus erkannt. Bereits im vergangenen Jahr haben die Parlamentarier den Senat aufgefordert, eine Bodenfondsgesellschaft zu gründen, die Flächen für die kommunale Daseinsvorsorge für die Zeit nach 2030 erwerben soll. Jetzt werden die Pläne dafür konkreter.

Die Bodenfondsgesellschaft soll zunächst über einen Kreditrahmen von 250 Mio. Euro verfügen können, um Flächen für noch nicht vorher festgelegte Nutzungen zu erwerben. Derzeit erarbeiten Stadtentwicklungs- und Finanzverwaltung ein Abstimmungsverfahren, das ein schnelles Agieren am Markt ermöglichen soll. Noch in diesem Jahr solle das Verfahren zum Tragen kommen, teilt der Senat mit. Verhandelt werde derzeit unter anderem über den Erwerb von Flächen der Deutschen Bahn und des Bundes.

„Dass der Berliner Senat Flächen kaufen will, ohne ein spezifisches Nutzungskonzept zu haben, ist neu“, sagt Rainer Schorr, Geschäftsführer der PRS Family Trust. „Die avisierte Vorgehensweise, möglichst rasch und ohne konkrete Pläne zu kaufen, bestätigt sowohl den hohen Bedarf als auch das geringe Angebot und den Wettbewerb um geeignete Flächen.“ Dabei gebe es in Berlin noch einige Potenziale zu heben.

Rainer Schorr hat ermittelt, dass es in und um Berlin noch vergleichsweise viele für eine Bebauung geeignete Grundstücke existieren, auf denen aber erst noch Baurecht geschaffen werden müsse. Vor allem bei großen Flächen scheine das zuweilen schwierig. Denn die Grundstücke müssten mit Eigenkapital erworben, über einen mittleren Zeitraum hinweg und in enger Abstimmung mit den jeweiligen Behörden beplant und dann mit Baugenehmigung an die einzelnen Interessenten verkauft werden.

„Die Vielzahl an Voraussetzungen erweist sich als entscheidendes Nadelöhr des Berlin-Brandenburger Immobilienmarktes“, sagt Rainer Schorr. „Wem es gelingt die mehr oder weniger brach liegenden Flächen für den enormen Bedarf verfügbar zu machen, leistet einen wichtigen Impuls für die nachhaltige Entwicklung der Hauptstadtregion.“

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