Berlin ist Deutschlands Hauptstadt des Venture Capital

Berlin, 05.03.2020 – 27 Milliarden Euro – so viel Venture Capital wurde laut Maklerhaus Savills in den ersten drei Quartalen 2019 in europäische Start-ups investiert. Davon flossen mit 3 Milliarden Euro gut 10 Prozent nach Berlin. Die deutsche Hauptstadt vereint damit rund zwei Drittel aller Mittel, die in Deutschland investiert wurden, auf sich und behauptet so die eigene Spitzenposition. „Vor allem junge, gut ausgebildete Menschen aus Deutschland und ganz Europa haben in der breit aufgestellten Kreativwirtschaft Berlins in den vergangenen Jahren Arbeit gefunden und befeuern neben dem ökonomischen Erfolg auch die Wohnraum- und Büroflächennachfrage“, sagt Rainer Schorr, Geschäftsführer der PRS Family Trust GmbH.

Mietzuschuss als Erfolgsgarant im War for Talents

Zum Selbstverständnis der Start-ups als auch von deren Angestellten, den sogenannten Young Urban Professionals, gehört das Leben und Schaffen in einem großstädtischen Kontext, einer Bühne, die häufig nur in zentralen Lagen vorzufinden ist und sich im Vorhandensein von Restaurants, Bars, Cafés, kulturellen Einrichtungen, wie Theater, Museen, Galerien und vielem mehr manifestiert. Das Problem: Die Innenstadt ist zwar der bevorzugte Ort, bietet aber kaum mehr Platz. „Die enorme Nachfrage hat die Mietpreise derart steigen lassen, dass einige Unternehmen aus Angst davor, nicht genügend qualifizierte Angestellte zu finden, dazu übergehen, Mietzuschüsse zu zahlen oder, im Falle größerer Arbeitgeber, sogar beginnen, wieder Werkswohnungen zu bauen. Willkommen im War for Talent“, so Schorr.

Urbanität gibt es auch jenseits der Innenstadt

Geringer Leerstand und hohe Gewerbemieten bewirken, dass sich auch Start-ups gezwungen sehen umzudenken und auf dezentralere Standorte auszuweichen. „Um diese Entwicklung zu fördern, die zur Aufwertung von Quartieren am Stadtrand beiträgt, müssen auch Gebiete außerhalb des S-Bahnrings attraktiv gemacht werden, zum Beispiel durch den Ausbau des ÖPNV und den Bau von Technologie- und Gründerzentren. Nur so lässt sich gewährleisten, dass der Aufschwung durch die Kreativindustrie nicht abgewürgt wird“, so Rainer Schorr. Außerdem müsse das Image dieser Gebiete aufpoliert werden. Auf diese Weise könnten auch außerhalb der Innenstadt lokale Keimzellen urbaner Kreativität entstehen, die gleichzeitig die Wohnraumnachfrage weiter an den Stadtrand und darüber hinaus verlagerten. Beispiele wie der WISTA in Adlershof und der Medizin- und Biotechnologiepark Buch aber auch die geplante Siemensstadt 2.0 oder der Forschungs- und Industriepark „Berlin TXL – The Urban Tech Republic“, der nach der Schließung des Flughafens Tegel gebaut werden soll, sind zukunftsweisend für diese Entwicklung. „Die Innenstadt ist voll. Die Chance der Peripherie liegt darin, moderne, innovative Quartiere für Wohnen, Arbeit und Freizeit zu entwickeln, deren Verwirklichung im Zentrum gar nicht mehr möglich ist“, so Rainer Schorr.


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