Corona-Pandemie steigert Nachfrage nach Logistikimmobilien und treibt Mieter ins Umland

Berlin / Frankfurt, 23. März 2020 – Die Coronavirus-Pandemie zeitigt erste Auswirkungen auf die deutschen Immobilienmärkte. So verzeichnet die Realogis RLI Unternehmensgruppe eine hohe Nachfrage nach Mietflächen für Heimlieferdienste. Aufgrund eines sprunghaften Anstiegs der online ausgelösten Belieferung nach Hause wollen Anbieter dieser Services ihre vorhandenen Lagerkapazitäten weiter deutlich ausbauen, so das Unternehmen in einer Mitteilung. Exponentiell stiegen auch die Anfragen von Lebensmitteleinzel- und Großhändlern, die neue Verteil- und Versandzentren schaffen wollten, und hierfür kurzfristig Grundstücksankäufe tätigen würden. Es sei davon auszugehen, dass der Bedarf sowohl für hochmoderne Logistikimmobilien, aber auch für einfache bzw. ältere Bestandsflächen für die Belieferung der letzten Meile in den kommenden Monaten spürbar zunehmen wird. Dies betreffe sowohl zentrale innerstädtische Lagen als auch die Speckgürtel von Ballungszentren.

In Berlin melden die Makler bereits seit längerem einen Mangel an Logistikflächen im Stadtgebiet. „Zur Schaffung neuer Flächen sind Grundstücke nötig, die aufgrund der hohen Konkurrenz mit anderen Nutzungen wie Wohnen oder Büro nur äußerst selten zur Verfügung stehen“, sagt Rainer Schorr, Geschäftsführer der PRS Family Trust GmbH. „Zeuge dieses Nachfrageüberhangs sowie der Konkurrenz mit den höherpreisigen Nutzungen ist die Mietentwicklung.“ Laut CBRE ist Berlin mit 7,20 Euro je Quadratmeter mittlerweile der Markt mit der bundesweit höchsten Spitzenmiete (+11 %) im Logistikbereich. Erzielt werde sie im Berliner Stadtgebiet am Dreieck Charlottenburg. Aber auch im Schnitt über den Gesamtmarkt sei das Mietniveau gestiegen, wenn auch mit einem Plus von 6 Prozent auf 5,50 Euro je Quadratmeter weniger stark.

„Hier fließen allerdings auch die relativ günstigen Neubauflächen im südlichen Speckgürtel ein“, sagt Rainer Schorr. Zwischen Ludwigsfelde und Schönefeld sind Flächen nach Maklerangaben noch teilweise zwischen 4 bis 4,50 Euro je Quadratmeter erhältlich. „Die Preisdifferenz zwischen Stadtgebiet und Umland sowie das knappe Flächenangebot innerhalb Berlins führen zu verstärkten Logistikansiedlungen im Speckgürtel“, sagt Rainer Schorr. „Die Branche vollzieht nach, was in Berlin für viele das Gebot der Stunde ist, nämlich Chancen auch jenseits der Stadtgrenzen zu suchen.“

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