Land kennt keinen Kursverlust

Berlin, 27.03.2020 – „Trotz der rasanten und massiven Kursverluste am deutschen Aktienmarkt bleibt eine rasche Erholung ungewiss“, heißt es im jüngsten Wochenausblick der onvista-Bank. Mit Blick auf die Auswirkungen der weltweiten Coronavirus-Krise wolle niemand eine Prognose wagen. Damit unterscheiden sich Aktien deutlich von Immobilieninvestitionen. „Es ist offensichtlich, dass vor allem Hotels und Einzelhandelsimmobilien ohne Nahversorgung vom Corona-Shutdown betroffen sind“, sagt Rainer Schorr, Geschäftsführer der PRS Family Trust. „Bei Büros sind dagegen kaum und bei Wohnen keine Auswirkungen zu befürchten.“ Und mit Logistikhallen gebe es sogar eine Immobilienklasse, die von den aktuellen Verwerfungen profitiere. „Vor allem E-Commerce-Anbieter, aber auch die großen Lebensmittelketten suchen aktuell nach zusätzlichen Flächen. Die geringe Bereitschaft deutscher Kommunen, zusätzliches Bauland für die Errichtung von Lager- und Distributionshallen auszuweisen, ist dabei der Garant, dass die Logistikmieten in Deutschland weiter steigen.“

Logistikimmobilien sind jedoch nur ein Beispiel. Immer häufiger erweisen sich Grundstücke als das Nadelöhr in der wirtschaftlichen Entwicklung. Der Grund: Land ist ähnlich wie Gold nicht vermehrbar. Anders als Gold ist Land allerdings für nahezu jede menschliche Tätigkeit unentbehrlich. „In unserer pluralistisch demokratischen Gesellschaft führt dies dazu, dass zahlreiche Liegenschaften mit unterschiedlichsten Nutzungsvorstellungen überfrachtet sind“, sagt Rainer Schorr. „Zugleich bedeutet Landbesitz immer auch die Chance, Grundstücke gemäß den aktuellen Bedürfnissen entwickeln und dadurch eine Wertschöpfung erreichen zu können.“

Das zeigt sich vor allem in den Regionen, die vom wirtschaftlichen Wachstum und Zuzug profitieren. Beispielhaft ist dafür die Flughafenregion Berlin-Schönefeld, wo in den kommenden Monaten und Jahren 60.000 neue Jobs entstehen, im flughafennahen Dienstleistungsbereich sowie in Branchen mit hohen Mobilitätsanforderungen. „Wir gehen davon aus, dass ein Großteil der Büroflächen am BER von der Beratungsindustrie belegt wird“, sagt Rainer Schorr. „Denn für Wirtschafts-, Steuer- und Rechtsberater bedeutet der Weg in die Stadt und wieder heraus einen spürbaren Zeit- und Effizienzverlust, der bei den dort gezahlten Gehältern einen deutlichen Kostenfaktor für Kunden und Unternehmen darstellt.“ Hinzu komme der im Vergleich zu Berlin deutlich geringere Gewerbesteuerhebesatz in Schönefeld und in den angrenzenden Gemeinden. Entsprechend sind in der Umgebung des Flughafens aktuell mehrere 100.000 Quadratmeter Bürofläche geplant, auf Grundstücken, die vor nicht allzu langer Zeit noch Acker oder Kiefernwald waren.

Es können keine Kommentare abgegeben werden.

Buy now