Corona als Chance für den Berliner Immobilienmarkt

Berlin, 21.04.2020 – Im vergangenen Jahr hat Berlin seinen Status als Start-up-Hauptstadt Deutschlands behauptet und sogar ausgebaut. Das verdeutlicht das unlängst veröffentlichte EY Start-up-Barometer. Insgesamt 3,5 Milliarden Euro haben Investoren demnach in neue Unternehmen an der Spree investiert. Nach London ist das mal wieder der 2. Platz unter den europäischen Standorten in diesem für die langfristige Entwicklung der Wirtschaftskraft so wichtigem Ranking. Und Berlin möchte sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen. Im Gegenteil: „Wir wollen in und nach der Corona-Krise diesen Status verteidigen“, heißt es nun in einer Pressemitteilung der Senatsverwaltung für Wirtschaft. „Deswegen verdreifachen wir jetzt unsere Unterstützung von jungen Start-ups und legen zusätzlich 100 weitere Stipendien für junge Gründerinnen und Gründer auf.“

Das Signal könnte klarer kaum sein. Während sich andere Bundesländer für die rasche Wiedereröffnung von Auto- und Möbelhäusern stark machen, fördert Berlin jene Unternehmen, die uns das mobile Leben und Arbeiten – gegebenenfalls auch von zu Hause aus – erleichtern wollen. Das ist kein neuer Trend: Seit längerem hat man junge IT-Unternehmen als einen der wichtigsten Wachstumstreiber der Hauptstadt erkannt und macht mit neuen Digital-Ideen selbst in schwierigen Zeiten ein gutes Geschäft. Gründer, die aktuell in Schwierigkeiten geraten, können in Berlin bei der landeseigenen Investitionsbank einen zusätzlichen Corona-Bonus von 5.000 Euro beantragen. Das heißt: Mit einem Kapitaleinsatz, mit dem andernorts die Basisausstattung einer Küche oder zwei Extras im Cockpit eines Neuwagens finanziert würden, werden in Berlin Unternehmen gerettet und zukunftsfähige Arbeitsplätze geschaffen.

Und selbst, wenn nur ein geringer Teil der so geförderten Gründer sein Geschäftsmodel bis zur Profitabilität entwickelt, dürfte klar sein, wo in Deutschland der Corona-Schock am besten verdaut wird. Nach Zahlen des Ifo-Instituts büßt derzeit vor allem der stärker industrialisierte Süden Deutschlands an wirtschaftlicher Wertschöpfung ein. In Baden-Württemberg ging die Wirtschaftsleistung in den vergangenen Wochen um 57,4 Prozent zurück, in Bayern um 56,3, Prozent. In Berlin liegt der Rückgang bei vergleichsweise geringen 46,7 Prozent. Damit bestätigen sich die Erfahrungen der jüngsten Finanzkrise: 2009 ging die Wirtschaftsleitung in Berlin lediglich um 0,7 Prozent zurück, während sie im Bundesdurchschnitt um fünf Prozent sank.

Seitdem wuchs Berlin immer schneller als der Bund und belegte fast immer den ersten oder zweiten Platz in der Statistik, wobei die wirtschaftliche Dynamik und der stetige Zuzug zunehmend auch das Umland erfasst haben.

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