BER bringt deutliche Sonderkonjunktur für Berlin und südöstliches Umland

Berlin, 27. April 2020 – Von Memmingen bis Frankfurt gehen von neuen Flughäfen enorme Impulse für die wirtschaftliche Entwicklung im näheren und weiteren Umfeld aus. Das gilt ebenso für den neuen Flughafen BER, der in diesem Herbst eröffnen wird. Internationale Branchenbeobachter prognostizieren wenigstens eine Sonderkonjunktur. Liew Mun Leong, Chairmann des Changi Airport (Singapore) sagte bei einer Veranstaltung im vergangenen Jahr: „Ihr habt keine Vorstellung, welche Entwicklung Berlin noch bevorsteht; wenn der internationale Flughafen erstmal eröffnet ist, explodiert Euch die Stadt!“ Tatsächlich ist nach aktuellen Schätzungen mit einem jährlichen Passagieraufkommen von 36 Millionen Menschen auf dem dann drittgrößten deutschen Flughafen zu rechnen.

„Dieser Strom wird seine Spuren in der Stadt hinterlassen“, sagt Rainer Schorr, Geschäftsführer der PRS Family Trust GmbH. „Experten erwarten unter anderem, dass sich zwischen dem Terminal und der Innenstadt sowie entlang des südöstlichen Stadtrands zwischen Erkner und Teltow ein so genannter Cash-Korridor ausbilden wird.“ Das heißt entlang der Autobahnen A10 und A113 wird es zu einer Ansiedlung von vielen Unternehmen mit hoher Wertschöpfung kommen. Mit dem Tesla-Standort in Grünheide, dem Forschungs- und Technologiestandort Berlin Adlershof und dem Logistik-HUB bei Ludwigsfelde sind hier nur die wichtigsten geographischen Eckpunkte benannt. Schon jetzt sind in Adlershof etwa 1.100 Unternehmen mit zusammen 20.000 Beschäftigten ansässig. Erst im vergangenen Jahr ist die Allianz mit 2.500 Mitarbeitern nach Adlershof gezogen und hat damit eine neue Entwicklungsstufe in diesem Teil Berlins eingeläutet.

„Die verstärkte Ansiedlung von Unternehmen im Südosten Berlins sorgt bereits jetzt für einen wahren Wohnungsboom“, sagt Rainer Schorr. „Rund 25.000 Wohneinheiten sind dort und in den angrenzenden Gemeinden aktuell im Bau und oder in Planung. Ein großer Teil der Wohnungen dürfte von Mitarbeitern aus dem unmittelbaren Flughafenumfeld genutzt werden.“ Ab dem Jahr 2035 könnten der BER und die dort ansässigen Unternehmen 60.000 bis 70.000 Menschen ein volles Gehalt finanzieren. Diese Zahlen basieren allerdings auf der Annahme, dass das Passagieraufkommen ab dann auf mehr als 50 Millionen Menschen steigen wird, was wiederum bedeutet, dass die Kapazitäten des Flughafens weiter ausgebaut werden müssen.  

„Damit einher geht auch die Erwartung eines wachsenden Städte- und Kongresstourismus“, sagt Rainer Schorr. 2019 kamen insgesamt 14 Millionen Touristen nach Berlin. Dabei wuchs die Zahl der internationalen Touristen um 3,4 Prozent. Vor allem US-Amerikaner, Spanier und Italiener kamen vermehrt an die Spree – während die Zahl der Besucher aus UK und Israel zurück ging. Unter dem Strich hat der Berlin-Tourismus zum 17. Mal in Folge einen Rekord erzielt. Das gilt auch für die Zahl der Übernachtungen, die um 3,8 Prozent auf 34,1 Millionen stieg. Nach Berechnungen der Wirtschaftsverwaltung erwirtschaftet der Tourismus in Berlin jährlich einen Umsatz von zwölf Mrd. Euro, davon leben rund 250.000 Menschen. „Visit Berlin“ erwartet nach der Inbetriebnahme des BER deutlich mehr Langstreckenverbindungen nach Berlin, was beispielsweise die Zahl ausgabefreudiger asiatischer Touristen sowie das umsatzstarke Kongressgeschäft noch einmal stark ansteigen lassen könnte. So gesehen könnte sich auch der BER rasch zu einer Wohlstandsmaschine vergleichbar mit dem Frankfurter Flughafen entwickeln. In Hessen wird aktuell jeder dreißigste Euro direkt am oder indirekt wegen des Flughafens Frankfurt umgesetzt.

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