Berlin strahlt über den Speckgürtel hinaus

Berlin, 18.05.2020 – Das anhaltende Wachstum und die bleibende Attraktivität Berlins sorgen seit längerem für steigende Grundstückspreise in den Randregionen der Hauptstadt. Der Blick in die Entwicklung der Bodenrichtwerte der vergangenen Jahre bestätigt die dynamische Preisentwicklung des Berliner Umlands. Die Zahl der Grundstücksverkäufe blieb in den vergangenen Jahren relativ konstant. Der Quadratmeterpreis jedoch stieg Jahr für Jahr. Baureifes Bauland kostet am Rand von Berlin durchschnittlich 230 Euro den Quadratmeter. Grund dafür ist hauptsächlich der starke Zuzug aus der Hauptstadt. Die Angebotsknappheit der Stadt geht dabei mit einem kontinuierlichen Ausbau der Infrastruktur einher. Zusätzliche Faktoren, wie etwa das Baukindergeld, fördern die Entscheidung zum Umzug ins ruhigere und grünere Umland und regen die Bautätigkeiten an. Daneben wirken auch Industrieansiedlungen, wie etwa in Grünheide, als positive Entwicklungsschübe.

„Grundstücke in S-Bahn Nähe gelten dabei als besonders attraktiv. Der Anstieg in Lebensqualität, vom Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr der Hauptstadt, wird an der Entwicklung des Bodenrichtwertes direkt messbar“ sagt Rainer Schorr, Geschäftsführer der PRS Family Trust GmbH. Stellenweise kam es aufgrund von neuen S-Bahnstationen zu signifikanten Preissteigerungen.  „Sicherlich wird nicht in jeder Gemeinde von diesem bis zum nächsten Jahr das Grundstück um 30 Prozent teurer werden. Aber diese Dynamik zeigt wie viel Entwicklungspotential grundsätzlich im Umland steckt“. Doch auch Gemeinden wie Neuenhagen verzeichnen einen stark gestiegenen Zuzug von Menschen, selbst wenn die S-Bahn bisher nur in das benachbarte Hoppegarten fährt. „Vor fünf Jahren galt Hoppegarten mit Grundstückspreisen von 150 Euro pro Quadratmeter noch als der teuerste Wohnbaustandort in Berlins Osten. Heute liegen dort die Preise bereits bei 260 Euro pro Quadratmeter im Schnitt. Nur in der nördlicher liegenden Gemeinde Hoppegarten-Birkenstein ist Bauland mit 350 Euro wesentlich teurer. Und auch in der Gemeinde Neuenhagen (bei Berlin), nordöstlich von Hoppegarten werden inzwischen 300 Euro je Quadratmeter Bauland fällig. Ein Indiz dafür, wie rasch sich Neuenhagen zu einem bevorzugten Siedlungsgebiet vieler Berliner entwickelt hat“, sagt Rainer Schorr.

Berlin strahlt zudem deutlich über den Speckgürtel hinaus. So stellte der Gutachterausschuss des Landkreises Märkisch-Oderland fest, dass im Jahr 2019 in der Region Oderbruch besonders viele Grundstücke verkauft wurden, und der Bodenrichtwert dort ebenfalls anstieg. „Wenn auch hier die Wirkung Berlins so deutlich zu spüren ist, dann werden auch weiter entfernt steigende Grundstückspreise zu verzeichnen sein“, schließt Rainer Schorr. „Man kann sich die Preisentwicklung von Bauland in Brandenburg leicht verbildlichen. Ein Apfel wächst von innen. Das Kerngehäuse ist Berlin. In Zahlen drückt sich der Zusammenhang von Hauptstadtnähe und Bodenpreis folgendermaßen aus: Der Quadratmeter kostet im äußeren Speckgürtel Berlins durchschnittlich 63 Euro. In manchen berlinfernen Dörfern des Oderbruchs ist Bauland auch weiterhin für fünf Euro je Quadratmeter zu haben.“

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