Günstiger Wohnen im Speckgürtel

Berlin, 15. Juni 2020 – Das Wohnen im Berliner Umland lockt durch viel Grün, schöne Badeseen und eine ruhige, entspannte Atmosphäre – vielerorts lohnt der Umzug für Pendler aber auch in finanzieller Hinsicht nicht nur für den Moment, sondern langfristig. Dies zeigt der aktuelle Postbank Wohnatlas 2020, der die günstigeren Anschaffungskosten im Speckgürtel mit dem Zeit- und Kostenaufwand für das Pendeln gegenrechnet.

„Die hohen Immobilienpreise in der deutschen Hauptstadt haben in den vergangenen Jahren insbesondere viele Familien dazu bewogen, ihren Traum vom Eigenheim im günstigeren Umland zu verwirklichen. Jährlich zieht es rund 30.000 Berlinerinnen und Berliner nach Brandenburg“, sagt Rainer Schorr, Geschäftsführer der PRS Family Trust GmbH. „Da der Arbeitsplatz aber in der Regel in Berlin verbleibt, geht dies häufig mit einem längeren Arbeitsweg einher.“ Zwischen 2013 und 2019 ist die Zahl derer, die in Berlin arbeiten und in Brandenburg wohnen, um rund 33.500 auf über 220.000 Pendler angestiegen. Der Speckgürtel boomt.

Teltow und Bernau langfristig am günstigsten

Und das nicht ohne Grund. In der Postbank-Studie wurden die Erwerbskosten einer 70 Quadratmeter großen Wohnung in Berlin mit denen in den angrenzenden Landkreisen verglichen. Der Preisvorteil wurde dann mit den Kosten, die durch das Pendeln anfallen, verrechnet. Ergebnis: Am längsten günstiger wohnt es sich in Teltow, Bernau, Falkensee, Ludwigsfelde und Blankenfelde-Mahlow. Eigentümer in Teltow, die ihren täglichen Arbeitsweg mit den öffentlichen Verkehrsmitteln bestreiten, brauchen ihren Preisvorteil beispielsweise erst nach 42 Jahren auf. Bei Nutzung eines Pkw nach 19 Jahren. In Bernau sind es 40 Jahre bei Benutzung des ÖPNV und 16 Jahre mit dem Auto. Insgesamt profitieren Bus- und Bahnfahrer deutlich länger von ihrem Preisvorteil, was Gemeinden mit einer guten Anbindung ans ÖPNV-Netz deutliche Vorteile bei der Standortwahl beschert. Verstetigt sich der Trend zum Arbeiten im Home Office profitieren periphere Standorte besonders – wenn sie die entsprechende Internetgeschwindigkeit bereitstellen können.

Boom-Region BER

Die vermehrte Ansiedlung von Unternehmen südöstlich von Berlin, mit dem nun endlich fertiggestellten Hauptstadtflughafen BER, der geplanten Giga-Factory von Tesla, dem Forschungs- und Technologiestandort Adlershof und dem Logistikhub in Ludwigsfelde, führt zudem zu einer wachsenden Verfügbarkeit von attraktiven Arbeitsplätzen im Speckgürtel. „Fällt dadurch das Pendeln weg, lohnt sich ein Umzug umso mehr“, sagt Rainer Schorr. „Nicht umsonst befinden sich rund 25.000 Wohneinheiten im Dunstkreis des BER im Bau oder in der Planung. Bei 60.000 bis 70.000 neuen Arbeitsplätzen, die in der Region bis 2035 entstehen sollen, ist dies wohl erst der Anfang. Es ist damit zu rechnen, dass die Grundstücks- und Immobilienpreise in den kommenden Jahren aufgrund der steigenden Nachfrage weiter anziehen werden.“

Es können keine Kommentare abgegeben werden.

Buy now