FT sieht Deutschland als Lokomotive für Europa

Berlin, 29. Juni 2020 – Am vergangenen Mittwoch fragte die Financial Times, ob die deutsche Wirtschaft Europa aus der Corona-Krise ziehen könne. Can the German economy pull Europe out of the coronavirus crisis? Die Antwort fällt optimistisch aus. Innovative Unternehmen, ein starker Mittelstand, staatliche Unterstützung und das politische Personal – allen voran Wirtschaftsminister Altmeier – seien Anlass, an einen raschen Wiederaufschwung zu glauben.

Wichtiges Zeichen für eine neue Normalität: Auf den meisten deutschen Baustellen wurde auch während des Lockdowns gearbeitet, mit entsprechenden Impulsen für Lieferketten und Beschäftigung. Das bestätigt auch der Chefökonom der Bundesbank, Jens Ulbrich „Ein markantes Merkmal der deutschen Wirtschaft war bisher die Widerstandsfähigkeit der Investitionen. Das spiegelt wider, wie die Bautätigkeit weiterging, insbesondere im Wohnungsbau.“

Rainer Schorr, Geschäftsführer der PRS Family Trust, sieht Analogien zur vorangegangenen Finanzkrise. Auch 2009/10 hätten sich die deutsche Wirtschaft vergleichsweise rasch erholt, vor allem aber habe sich Immobilieninvestitionen in Deutschland in den Monaten danach als belastbarer Stabilitätsanker erwiesen. „Hohe Eigenkapitalquoten, die in Deutschland üblichen langfristig festverzinslichen Darlehen sowie der nach 2010 deutlich wachsende Urbanisierungstrend sorgten für eine stabile Miet- und Wertentwicklung.“

Hinzu kam der von den Hartz-Reformen induzierte Anstieg der Beschäftigung, die Niedrigzinspolitik der EZB und ein dann zehn Jahre andauerndes wirtschaftliches Wachstum, zu dessen Ende es in vielen Metropolen praktisch keinen Büroleerstand und – bedingt durch die starke Zuwanderung – einen sehr hohen Wohnungsbedarf gab.

„Möglich, dass wir in den kommenden Monaten und Jahren einen Rückgang bei der Flächennachfrage im Bürobereich sehen werden“, sagt Rainer Schorr. „Aber leerstehende Gebäude dürfte es in Berlin, München oder Hamburg kaum geben und auch der Wohnungsbedarf in den großen Städten und deren Umlandgemeinden bleibt hoch, denn der Trend zur Urbanisierung ist ungebrochen.“

Rainer Schorr ist daher überzeugt, dass auch im kommenden Aufschwung Immobilieninvestitionen in Deutschland ein gutes Renditepotenzial bieten. „Wer sich hier nicht auf eine bestimmte Nutzungsart oder ein Projekt festlegen und beispielsweise Einzelhandelsinvestitionen ausschließen möchte, der ist mit einer Beteiligung an einem Landentwicklungsfonds optimal aufgestellt“, sagt Schorr. „Denn Bauland wird gemessen am Bedarf in Deutschland immer noch zu wenig ausgewiesen.“

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