Wohnimmobilien überholen Büros als beliebteste Assetklasse

Berlin, 20.07.2020 – Miethäuser werden in Zeiten von Corona für institutionelle Anleger zur Core-Investition. Das ist die Quintessenz einer Analyse von Savills zum europäischen Markt für Mehrfamilienhäuser. Die Experten erwarten eine anhaltend hohe Investmentaktivität und eine steigende Nachfrage unter Investoren. Gründe dafür seien die stabilen Renditen und die guten Fundamentaldaten. So ist aufgrund des Megatrends der Urbanisierung, der Entwicklung hin zu kleineren und damit auch mehr Haushalten (Versingelung) und den hohen Kaufpreisen für Wohneigentum mit einem weiteren Wachstum der europäischen Mietwohnungsmärkte zu rechnen. Außerdem zeigt sich die Anlageklasse als relativ resilient gegenüber der aktuellen Corona-Krise und zugleich unabhängig von Wirtschaftszyklen.
Deutschland ist dabei der mit Abstand größte Markt Europas und steht damit auch im Fokus der Anleger. Mit 8,2 Milliarden Euro entfielen rund 70 Prozent des europaweiten Transaktionsvolumens im ersten Quartal 2020 auf die Bundesrepublik. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Großbritannien (8% / 947 Mio. €) und Schweden (6% / 699 Mio. €). Als ertragsstabiles Anlageprodukt rücken Mehrfamilienhäuser in der aktuellen Krisensituation in den Fokus der Anleger.
Laut JLL hat Wohnen die Assetklasse Büro im ersten Halbjahr 2020 vom Spitzenplatz bei den Immobilieninvestitionen in Deutschland verdrängt. Während der Anteil von Wohnimmobilien von 24 Prozent auf 35 Prozent anstieg, sank der Anteil von Büroimmobilien von 40 Prozent auf 22 Prozent. „Wohnen avanciert zum Liebling der Investoren und wird auch von Kreditgebern als sicherer Hafen angesehen, was sich vorteilhaft auf die Finanzierungskonditionen auswirkt“, sagt Rainer Schorr, Geschäftsführer der PRS Family Trust GmbH. Umfragen von EY und UBS bestätigen dies. So geben sowohl Versicherungen als auch Family Offices an, die Immobilienquoten in ihren Portfolios in den kommenden Jahren erhöhen zu wollen.
„Für so viel Nachfrage braucht es natürlich auch ein entsprechendes Produktangebot. Da Grundstücke in deutschen Großstädten Mangelware und entsprechend teuer sind, entstehen dort häufig hochpreisige Mietwohnungsprojekte. Im Hinblick auf die Erschwinglichkeit verlagert sich die Nachfrage immer weiter in gut angebundene Umlandgemeinden. Und das Angebot zieht nach. Denn in den Speckgürteln ist das Potenzial zur Grundstücksentwicklung deutlich höher als in den Großstädten“, so Rainer Schorr. „Für Investoren ergeben sich dadurch lukrative Anlagemöglichkeiten.“

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