Baulandnachfrage im Berliner Umland überschreitet vielfach das Angebot

Berlin, 11.08.2020 – Bauland im Umland von Berlin ist gefragt wie niemals zuvor. Das zeigen die Zahlen des jüngsten Grundstücksmarktberichtes des Landes Brandenburg. „Wir haben in der Hauptstadtregion eine Entwicklung am Baulandmarkt gesehen, die sicher deutschlandweit einzigartig ist“, sagt Rainer Schorr, Geschäftsführer der PRS Family Trust GmbH. „Im Berliner Speckgürtel haben sich die Bodenpreise für individuelles Wohnbauland binnen eines Jahres um 23 Prozent erhöht.“ Spitzenpreise werden derzeit vor allem in südwestlich Berlins gelegenen Kommunen erzielt. In Kleinmachnow, unmittelbar hinter der Grenze zu Berlin-Zehlendorf werden aktuell 737 Euro je Quadratmeter Bauland für ein Einfamilienhaus gezahlt. 2018 genügten noch 680 Euro je Quadratmeter. Hotspots gibt es aber auch im Norden zum Beispiel Glienicke/ Nordbahn im Landkreis Oberhavel, wo statt 375 Euro je Quadratmeter Bauland (2018) im vergangenen Jahr 446 Euro gezahlt werden mussten. Oder in der brandenburgischen Hauptstadt selbst, wo die Preise von 376 Euro auf 387 Euro gestiegen sind.

BER lässt auch Eigenheimpreise steigen

Orte mit einer verstärkten Dynamik finden sich darüber hinaus im unmittelbaren Umfeld des neuen Großflughafens und von Teslas Gigafabrik. „Ausgehend von 2019 muss man vor allem auf das schauen, was da noch kommt, auf Schönefeld und Grünheide“, sagt Schorr: „Bei den drei größten in Brandenburg getätigten Einzeltransaktionen sind zwei Wohnstandorte in Schönefeld dabei. Da wächst Berlin einfach weiter: Neukölln, Rudow, Britz entwickeln sich nach Süden und für Menschen, die von auswärts in die Region ziehen, ist es ohnehin unerheblich, ob sich ein Standort noch in Berlin oder schon in Brandenburg befindet.“ Entsprechend gebe es inzwischen eine starke Streuung der Bauvorhaben. In manchen Richtungen vielleicht ein bisschen intensiver als in anderen – immer abhängig von der jeweiligen Infrastruktur. Insgesamt addieren sich die Umsatzerlöse aus Grundstücksverkäufen in Brandenburg für das Jahr 2019 auf 7,05 Milliarden Euro, ein Rekordwert. Zuletzt sind 1996 nach Bekanntgabe der Pläne für den Flughafen BER rund sieben Milliarden Euro umgesetzt worden.

Trend geht zu Mehrfamilienhäusern

Freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser sind dabei traditionell die gefragtesten bebauten Objekte mit insgesamt 6.920 abgeschlossenen Kaufverträgen im Jahre 2019. Verkäufe von Reihenhäusern und Doppelhaushälften nahmen im Land Brandenburg mit 2.204 Kaufverträgen den zweitgrößten Anteil am Gesamtteilmarkt der bebauten Grundstücke ein. „In vielen Gemeinden geht der Trend allerding inzwischen deutlich zum Bau von Mehrfamilienhäusern“, sagt Rainer Schorr. Die bei Eigenheimen üblichen 800 Quadratmeter Grundstücksfläche seien für viele Erwerber nicht mehr finanzierbar und auch die Baupreise hätten deutlich angezogen. Und der Nachfragedruck bleibe bestehen. Denn nach der aktuellen Bevölkerungsprognose wird die Bevölkerung Berlins bis zum Jahr 2030 um 177.000 Personen von 3,75 Millionen (Stand 31. Dezember 2018) auf dann 3,93 Millionen Menschen wachsen. Diese Zunahme in Höhe von 4,7 Prozent wird auch Auswirkungen auf das Land Brandenburg haben.

Es können keine Kommentare abgegeben werden.

Buy now