Mehr Bauland – um die Preisdynamik bei Wohnungen zu dämpfen

Berlin, 17.08.2020 – Kein Zweifel, Deutschland und insbesondere die exportorientierte Wirtschaft sind von den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie schwer getroffen. Gleichwohl hat die Pandemie die Vorzüge der Bundesrepublik unterstrichen: niedrige Arbeitslosigkeit, ein großzügiges und zugängliches Gesundheitssystem, eine wirksame politische Führung und eine – trotz aller Irritationen – stabile Gesellschaft, waren wichtige Voraussetzungen für einen vergleichsweise glimpflichen Verlauf der ersten Welle. „Die aktuellen Infektionszahlen sind Grund zur Sorge, es überwiegen aber günstige Erwartungen für die nähere Zukunft, die sich unter anderem in den Börsenkursen, der Immobiliennachfrage und der Wahrnehmung Deutschlands bei internationalen Investoren widerspiegeln“, sagt Rainer Schorr, Geschäftsführer der PRS Family Trust GmbH. „Viele Marktteilnehmer gehen von einer baldigen wirtschaftlichen Erholung und einer raschen Rückkehr zu einem hohen Flächenbedarf bei weiter zu geringen Fertigstellungszahlen aus.“ Das betreffe insbesondere den Wohnungsbau in den Metropolen-Regionen.

Seit Jahren hinkt dieser dem Bedarf deutlich hinterher, was sich auch in der Preisentwicklung niederschlägt. In den sieben deutschen Großstädten Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Köln, München, Frankfurt und Stuttgart sind die Immobilienpreise für Bestandsimmobilien nach Angaben der Deutschen Bank von 2009 bis 2019 um durchschnittlich 123,7 Prozent gestiegen. Der niedrigste Anstieg war in Düsseldorf mit 97 Prozent zu verzeichnen, während München mit 178 Prozent den höchsten Anstieg aufweist. Dies übertrifft die Zuwächse in Städten wie London (+66 Prozent) und New York (Manhattan laut Douglas Elliman um rund 30 Prozent) im gleichen Zeitraum bei weitem. Das der dynamischen Preisentwicklung zugrundliegende Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage wird auch in absehbarer Zeit kaum gemildert werden. Das von der Bundesregierung ausgegebene Ziel, bis Ende 2021 1,5 Mio. neue Wohnungen zu bauen, wird aller Wahrscheinlichkeit nicht erreicht werden. Die Deutsche Bank prognostiziert daher, dass die Preise bis mindestens 2022 mit einer ähnlichen Geschwindigkeit weiter steigen werden.

„Als ein maßgebliches Hindernis bei der Realisierung der Neubauziele erweist sich die Verfügbarkeit von Bauland“, sagt Rainer Schorr. „Die Bauträgerbranche in Deutschland ist stark mittelständisch geprägt und sehr spezialisiert. Einzelne Unternehmen verfügen in der Regel nicht über die Ressourcen, um größere Areale gemäß den Nutzungsanforderungen der Kommunen zu entwickeln. Daher ist bei der Entwicklung von bislang landwirtschaftlich oder anderwärtig genutzten Flächen dringend professionelle Unterstützung erforderlich, damit diese dann für den Wohnungsbau zur Verfügung stehen.“  

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