Tesla gibt Impulse für Grundstücksmärkte

Berlin, 08.09.2020 – Viel Spannung, wenig Widerstand und ein Strom positiver Emotionen, so lassen sich die Ergebnisse des Kurzbesuchs von Elon Musk in Deutschland zusammenfassen. Die Sorgen um die Wasserversorgung im brandenburgischen Grünheide teilt der Tesla-Chef nicht. Die Bäume seien grün und seine Fabrik würde nur wenig von dem kostbaren Nass verbrauchen, sagte er bei einer ersten Besichtigung von Deutschlands schnellster Baustelle. Und auch sonst gibt sich Musk sehr optimistisch, dass die Gigafabrik bei Berlin im kommenden Jahr, wie von ihm geplant, eröffnen könne. Fragezeichen gibt es allerdings noch bei der Wohnungsversorgung für die dann bis zu 12.000 Mitarbeiter.

Rainer Schorr, Geschäftsführer der PRS Family Trust, sagte dazu dem HANDELSBLATT. „Es wird 2021 zu riesigen Engpässen kommen, wenn jetzt nicht schnell gegengesteuert wird. Am Ende landen hochbezahlte Ingenieure in Containerdörfern, weil es an einer ausreichenden Menge an Wohnraum fehlt.“ Rainer Schorr vermutet, dass sich am Ende Tesla selbst um Wohnraum kümmern wird, aber dafür noch bebauungsfähige Grundstücke benötige. PRS selbst plane zwar aktuell den Bau von mehr als 6.000 Wohnungen in der weiteren Region rund um Grünheide. Ein Teil von ihnen werde aber erst ab 2022 gebaut.

In Grünheide selbst sind die Kapazitäten laut HANDELSBLATT ohnehin begrenzt. „Grünheide ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt ziemlich am Ende mit dem, was es kann“, sagte Bürgermeister Arne Christiani (parteilos) gegenüber der Zeitung „Wir können Baulücken schließen und für eine behutsame Entwicklung sorgen – aber es wird hier keine großen neuen Wohn- oder Gewerbegebiete geben.“

Investor Rainer Schorr rät daher zu einem Blick über die kleine Gemeinde hinaus: „Es braucht neben einer guten Verkehrsinfrastruktur, Wohnungen, Kindergärten, Schulen einerseits auch Büros, Logistikflächen, Platz für Zulieferer und Rechenzentren.“ Er sieht daher ein großes Potenzial im gesamten östlichen Umland Berlins von Bernau im Norden bis hinunter nach Schönefeld, wo demnächst ja auch noch der BER eröffnet.

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