Berlin schwärmt ins Umland

Berlin, 14.09.2020 – Berlins Bevölkerung schrumpft erstmals seit 2013 und die Mieten im Umland legen zweistellig zu. Man braucht keinen großen Sachverstand, um in den aktuellen Zahlen des Landesamts für Statistik und des Portals immowelt einen deutlichen Trend ins Umland zu erkennen. Demnach nähern sich die Quadratmeterpreise im Berliner Umland vielerorts der Zehn-Euro-Marke. Noch teurer wohnt es sich im Landkreis Dahme-Spreewald, wo sich die Angebotsmieten gemessen am Vergleichszeitraum im ersten Halbjahr 2019 sogar auf 11 Euro je Quadratmeter erhöht haben, was einem Plus von 17 Prozent entspricht. Eine Preiskorrektur gab es indes in Potsdam, wo in der Vergangenheit viel neu gebaut worden ist. Hier sanken die Angebotsmieten um neun Prozent auf 10 Euro je Quadratmeter.

Mieten in Berlin sind nicht zu deckeln

In Berlin hingegen bleibt der Neubau aufgrund von Baulandmangel weiter deutlich hinter dem Bedarf zurück. Dort werden freie Mietwohnungen auf den Portalen noch teurer angeboten als vor einem Jahr. Bei Neuvermietungen stiegen die Preise um vier Prozent auf im Schnitt 12,20 Euro je Quadratmeter, obwohl seit 23. Februar 2020 der Mietendeckel gilt. „Die absoluten Zahlen sind dabei mit Vorsicht zu genießen“, sagt Rainer Schorr, Geschäftsführer der PRS Family Trust. „Weil beispielsweise kommunale Wohnungsbaugesellschaften praktisch gar nicht mehr auf den Portalen inserieren, erfassen diese im Wesentlichen nur noch die obere Hälfte der Angebote.“ Das reiche aber aus, um einen Trend widerzuspiegeln.

Auch geographisch zeigt sich der ostdeutsche Wohnungsmarkt sehr heterogen: „Der angespannte Wohnungsmarkt in Berlin strahlt sehr deutlich auf die umliegenden Landkreise in Brandenburg ab“, sagt Rainer Schorr. „Im Einzugsgebiet der Hauptstadt findet derzeit eine regelrechte Rally bei Kaufpreisen und Mieten statt, während abseits der Zentren weiterhin sehr günstig auf sehr großer Fläche gewohnt werden kann.“ Zudem zeigten die Zahlen aus Potsdam, dass Neubau einen Wohnungsmarkt spürbar entspannen kann. So liege die Herausforderung in Berlin tatsächlich darin, dass dort in den kommenden Jahren vermehrt Bauland verfügbar gemacht werde. „Ein erhöhtes Wohnungsangebot könnte maßgeblich dazu beitragen, Berliner Mieter auch nachhaltig zu entlasten.“

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