Grundstückspreise spiegeln den Trend zur Urbanisierung wider

Berlin, 21.09.2020 – Laut Statistischem Bundesamt (Destatis) haben die Kaufpreise für Bauland in Deutschland im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand erreicht. Zwischen Sylt und dem Allgäu wurden im Schnitt demnach für baureife Grundstücke 189,51 Euro je Quadratmeter gezahlt. Zehn Jahre zuvor waren es noch rund 122 Euro je Quadratmeter. Deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen Käufer in den Metropolen, wo etwa das Sechsfache ausgegeben wird.

Besonders viel zahlten Investoren in den Stadtstaaten Berlin und Hamburg. Dort kostete der Quadratmeter Bauland im Schnitt 1.328 Euro beziehungsweise 1.158 Euro. Am niedrigsten waren die durchschnittlichen Kaufpreise dagegen in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern: Dort lagen sie unter 60 Euro je Quadratmeter. Die Preise stiegen entsprechend der Größe der Kommune. In Gemeinden mit weniger als 2.000 Einwohnern wurden im Schnitt 66 Euro Quadratmeter bezahlt. In den 14 größten Städten mit mindestens 500.000 Einwohnern waren es 1.128 Euro, also rund 17-mal so viel. „Das Gefälle spiegelt den seit etwa 20 Jahren sehr deutlichen Trend zur Urbanisierung wider“, sagt Rainer Schorr, Geschäftsführer der PRS Family Trust GmbH. „Wanderungsbewegungen ins Umland ändern daran nur wenig, im Gegenteil. Die Metropolen gewinnen als Zentren des wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Lebens weiter an Gewicht.“ Entsprechend wird bei Verkäufen von für Wohnbebauung zulässigen Grundstücken in Metropolen in vielen Fällen das 20- bis 30fache (oder noch mehr) erzielt wie in ländlichen Regionen.

Aus den Zahlen des Statistischen Bundesamtes lasse sich zudem auch ein Trend zur Verdichtung in Wohngebieten ableiten. Etwa 81 Prozent aller Grundstücksverkäufe waren demnach in Wohngebieten zu lokalisieren. Dabei lag der Quadratmeterpreis in Wohngebieten in geschlossener Bauweise laut Destatis mit 285,76 Euro je Quadratmeter rund 76 Euro höher als in Wohngebieten in offener Bauweise. „Bei geschlossener Bauweise dürfen Gebäude wie beispielsweise Reihenhäuser ohne Abstand errichtet werden“, erläutert Rainer Schorr. „Bei der offenen Bauweise ist ein seitlicher Grenzabstand vorgeschrieben.“

„Wir gehen davon aus, dass sowohl das Wachstum der Metropolenregionen als auch die Entwicklungstätigkeit in stadtnahen Gemeinden anhalten und die Grundstückspreise dort weiter überproportional steigen werden“, sagt Rainer Schorr. „Denn Deutschland wird sich wiederum als einer der Stabilitätsanker in Europa erweisen, was wiederum einen spürbaren Zuzug aus dem europäischen Ausland bedeuten wird.“

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