Weiterer Anstieg der Wohnimmobilienpreise in Deutschland

Berlin, 28.09.2020 – Niedrige Zinsen gepaart mit wirtschaftlicher Unsicherheit haben dem deutschen Wohnimmobilienmarkt mal wieder einen deutlichen Impuls gegeben. Während die deutsche Wirtschaft im Frühjahr dieses Jahres wegen der Pandemie im Rekordtempo von 9,7 Prozent geschrumpft ist, sind die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland gestiegen. Ein Grund: Baugeld gibt es aktuell für etwa 0,5 Prozent Zinsen p.a. und kaum Experte rechnet mit einem baldigen Anstieg der Finanzierungskosten. „Die insgesamt weiterhin günstigen Bedingungen nutzen private und gewerbliche Immobilienkäufer und dies macht sich auch für die Verkäuferseite bezahlt“, sagt Rainer Schorr. Geschäftsführer der PRS Family Trust GmbH.

Im zweiten Quartal 2020 lagen die Preise für Wohneigentum laut Statistischem Bundesamt um durchschnittlich 6,6 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Verglichen mit dem Vorquartal kosteten Wohnungen sowie Ein- und Zweifamilienhäuser zwei Prozent mehr. „Damit verteuerten sich Wohnimmobilien trotz Coronakrise weiterhin sowohl in der Stadt als auch auf dem Land“, betonten die Statistiker. In den sieben größten Städten Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf zogen die Preise für Eigentumswohnungen zwischen April und Juni um 6,1 Prozent an. Die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser legten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,5 Prozent zu. „Damit setzte sich der Anstieg der Preise für Wohnimmobilien in Metropolen zwar fort, jedoch weiterhin mit einer abnehmenden Dynamik bei Wohnungen“, so das Bundesamt. Im Frühjahr 2019 hatte der Aufschlag für Eigentumswohnungen noch 7,9 Prozent betragen, ein Jahr zuvor sogar elf Prozent.

Ähnlich ist das Bild auch in anderen Großstädten ab 100.000 Einwohnern. Dort legten die Häuserpreise jüngst um 7,3 Prozent zu, die Preise für Eigentumswohnungen um 8,2 Prozent. Und in den ländlichen Kreisen haben sich Wohnimmobilien ebenfalls verteuert. So erhöhten sich die Preise für Häuser in ländlichen Kreisen mit dichterer Besiedelung um 8,9 Prozent, für Eigentumswohnungen um 5,9 Prozent. In dünn besiedelten ländlichen Kreisen kosteten Ein- und Zweifamilienhäuser 4,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, Wohnungen verteuerten sich um 6,6 Prozent. „Der verstärkte Trend zum Immobilieneigentum in Krisenzeiten hat sich damit in Deutschland wieder einmal bestätigt“, sagt Rainer Schorr. „Hinzu kommt, dass durch den hierzulande vergleichsweise glimpflichen Pandemie- und Krisenverlauf Deutschland als sicherer Hafen wahrgenommen wird.“ Dies führe zu einem verstärkten Interesse internationaler Kapitalgeber.

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